Netzschau zum Spiel Alemannia Aachen Rot-Weiß Oberhausen

Netzschau zum Spiel der Alemannia : Späte „Erboesung“ auf dem Tivoli

Ein „Tor des Jahres“ in den linken, oberen Winkel des eigenen Tores, drei Ex-Spieler mit der Mission, dem ehemaligen Arbeitgeber den Samstag zu vermiesen und ein viel umjubelter Ausgleichstreffer kurz vor Schluss. Gegen Rot-Weiß Oberhausen sahen die Fans, wie unsere Netzschau verdeutlicht, ein typisches Alemannia-Spiel.

Für die Alemannia ging es am 20. Spieltag nach dem 0:1 in Wattenscheid auch darum, Wiedergutmachung zu betreiben. Gegen die Gäste aus Oberhausen kein einfaches Vorhaben, da RWO als Tabellenzweiter noch mit leichten Aufstiegshoffnungen liebäugelt und gegen Aachen einen weiteren Dreier einfahren wollte, um Anschluss an Tabellenführer Viktoria Köln zu halten.

Für die Fans war es ein besonderes Spiel, da es das letzte Heimspiel im Kalenderjahr 2018 war. So waren die Vorfreude auf den Westschlager und die Hoffnung auf eine gelb-schwarze Überraschung groß.

Auf der Südtribüne gab es vor dem Spiel eine Choreo der Fans zu sehen, die beispielsweise auf umstrittene Spielansetzungen unter der Woche zu Gunsten von Fernsehübertragungen kritisch aufmerksam machten.

In der Startelf der Gäste fanden sich am Samstag einige für Alemannia-Fans bekannte Gesichter wieder. Dario Schumacher, Jannik Löhden und Philipp Gödde liefen als Ex-Alemannen für RWO auf und wollten dem ehemaligen Arbeitgeber den Heimspiel-Abschluss vermiesen.

In Halbzeit eins sah es hinsichtlich dieses Vorhabens für Gödde und Co. auch ziemlich gut aus. Vor allem die Entstehung des 0:1 war dabei kurios. Der Aachener Alexander Heinze (25.) wollte einen Flankenball klären, traf das Leder nicht richtig und versenkte die Kugel aus 14 Metern volley im linken, oberen Winkel des eigenen Tores.

Während sich bis zur Pause ein umkämpftes Spiel entwickelte, waren es dann die Gäste aus Oberhausen, die einen Konter eiskalt ausspielten und Aachener Fahrlässigkeiten ausnutzten. Philipp Eggersglüß (42.) konnte am Ende eines Angriffs, den die Aachener nur staunend beobachteten, unbedrängt einschieben. Erst in Halbzeit zwei schaffte es dann auch die Alemannen ihre Torchancen mal in etwas Zählbares umzumünzen. Stipe Batarilo (63.) setzte sich gleich gegen drei Gegner durch und traf mit einem Linksschuss zum 1:2.

Jetzt wollten die Schwarz-Gelben mehr. Immer wieder rannten die Hausherren in der Schlussphase des Spiels das Oberhausener Tor an, doch der Ball wollte einfach nicht rein. Die Erlösung bzw. „Erboesung“ folgte in Minute 87. Vincent Boesen nutzte einen Abpraller von Gäste-Keeper Udegbe zum gefeierten 2:2 Ausgleich.

In der Nachspielzeit hätte Imbongo sogar noch für den Sieg sorgen können, scheiterte allerdings am Pfosten. So mussten sich beide Mannschaften mit dem 2:2 zufrieden geben.

Den Kampf in Halbzeit zwei honorierten die Heimfans mit Ovationen und waren stolz darauf, dass sich die Schwarz-Gelben zumindest noch einen Punkt erkämpft hatten. Tabellarisch belegt der TSV nun mit 27 Punkten Platz zehn.

Um das kuriose Eigentor und die durchwachsene Leistung vor dem Halbzeitpfiff möglichst schnell zu vergessen und die Leistungssteigerung der gesamten Mannschaft in Durchgang zwei angemessen zu feiern, ging es für die Alemannia-Kicker zusammen mit Trainer Fuat Kilic abends noch zur Weihnachtsfeier ins Starfish.

Wie lange die Party für das Alemannia-Team schlussendlich ging, ist nicht überliefert. Nur eines ist gewiss: Bis zum Spiel in Wiedenbrück kommenden Samstag (14 Uhr) sollten sie wieder fit sein!

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