1. Sport
  2. Fußball

Deutscher Fußball-Bund: Kommt der neue DFB-Präsident aus Düren?

Deutscher Fußball-Bund : Kommt der neue DFB-Präsident aus Düren?

Der Deutsche Fußball-Bund sucht wieder mal einen neuen Präsidenten – und ein Kandidat für den Posten soll ein Dürener sein. Eine Vorentscheidung könnte bereits am Wochenende in Hamburg fallen.

Der neue Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) könnte aus der Region kommen: Bernd Neuendorf, geboren in Düren und aufgewachsen in der Gemeinde Hürtgenwald, ist ein Kandidat für den Chefposten beim größten Sportverband der Welt. Er könnte am 11. März 2022 auf dem DFB-Bundestag zum Nachfolger des im Mai zurückgetretenen Fritz Keller gewählt werden.

Der 60-Jährige ist aktuell Präsident des Fußball-Verbandes Mittelrhein (FVM) und Mitglied des DFB-Vorstands, in Funktionärskreisen genießt er ein hohes Ansehen. Dass Neuendorfs Name bei der Suche nach einem neuen Oberhaupt des deutschen Fußballs genannt wird, ist nicht wirklich überraschend. Es heißt, er sei der Favorit des sogenannten Amateurlagers der 21 Landesverbände, die am Wochenende in Hamburg zu einer Klausurtagung zusammenkommen. Womöglich wird dort bereits ein Kandidat gefunden.

Offizielle Bewerbungen gibt es aktuell nicht, und Neuendorf selbst äußert sich derzeit öffentlich auch nicht zu den Spekulationen. Es gibt aber bereits mindestens einen prominenten Fürsprecher: „Ich schätze Bernd Neuendorf persönlich außerordentlich aufgrund seiner hohen sozialen Kompetenz, seiner ruhigen, analytischen Art und seiner Führungskraft“, sagte der scheidende DFB-Schatzmeister Stephan Osnabrügge. „Für mich wäre er ein absolut denkbarer Kandidat.“

 Geht er für die Amateure ins Rennen? Bernd Neuendorf aus Düren.
Geht er für die Amateure ins Rennen? Bernd Neuendorf aus Düren. Foto: Harald Krömer

Dass den Namen des Düreners allerdings noch längst nicht alle Funktionäre in der Frankfurter DFB-Zentrale kennen, zeigte sich spätestens am Mittwoch, als Oliver Bierhoff nach Neuendorf gefragt wurde. „Ich kenne den Kandidaten nicht“, sagte der für die Nationalmannschaften und den neuen DFB-Campus verantwortliche Direktor. „Deswegen kann ich mich nicht dazu äußern.“

Neuendorf hat viele Jahre als Journalist für verschiedene Agenturen und Zeitungen gearbeitet, 2003 startete das SPD-Mitglied eine politische Laufbahn: Unter anderem war Neuendorf Sprecher des SPD-Vorstands in Berlin und Staatssekretär im nordrhein-westfälischen Familienministerium. Mit seiner Vita gilt er also durchaus als prädestiniert für das Amt des Präsidenten, weil er Führungserfahrung hat und bereits in der Öffentlichkeit stand. Neuendorf habe „als Staatssekretär viel Erfahrung im Umgang mit der Führung großer Häuser“, sagte Osnabrügge. Als FVM-Präsident hat er zuletzt unterschiedlichste Interessen managen müssen, nachdem die Saisons aufgrund der Coronavirus-Pandemie vorzeitig gewertet oder gar abgebrochen werden mussten.

Es gilt als wahrscheinlich, dass der nächste DFB-Präsident aus dem Lager der Amateure kommen wird. Die Fraktion der Profis hatte bei der letzten Wahl Keller aufgestellt, der mittlerweile krachend gescheitert ist, was den Ruf des Verbandes weiter verschlechtert hat. Der Chefposten ist seit dessen Rücktritt im Mai vakant. Interimsweise führen derzeit die Vizepräsidenten Rainer Koch und Peter Peters den DFB. Neuendorf, der immer noch Mitglied bei seinem Jugendverein Grenzwacht Hürtgen ist, gilt als Kontrapunkt zur vorherigen Führung.

Offen ist derzeit noch, welches Profil der kommende Präsident haben soll, welche Befugnisse er hat, über welchen Gestaltungsspielraum er verfügen soll. Das wollen die Amateure in Hamburg festzurren. „Ich glaube, dass die Landesverbände noch in der Findung sind und in der Diskussion, wie diese Rolle unabhängig von der Besetzung der Person ausgeübt werden soll“, sagte auch Bierhoff, der genau das für einen zentralen Punkt hält: „Wir müssen genau definieren, was wir in Zukunft erreichen wollen, was unsere Aufgaben sind und entsprechend Strategien entwickeln, dass wir das umsetzen können.“