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Abstiegskampf in der Fußball-Regionalliga: „Es kann auf jeden Punkt und jede Platzierung ankommen“

Abstiegskampf in der Fußball-Regionalliga : „Es kann auf jeden Punkt und jede Platzierung ankommen“

Der Abstiegskampf in der Fußball-Regionalliga hat Fahrt aufgenommen. Es zeichnet sich ab, dass sich die Situation für Alemannia Aachen, aber vor allem für den FC Wegberg-Beeck ein wenig entspannen könnte.

Dass es für viele Vereine in der Fußball-Regionalliga West ein Überlebenskampf werden würde, war eigentlich schon klar, als die Saison 2020/21 angepfiffen wurde. Die Corona-Pandemie hat allen Clubs finanziell zugesetzt, trotz des Hilfspaketes, das die Landesregierung im Herbst für die gebeutelten Viertligisten aufgelegt hatte.

Der sportliche Überlebenskampf hat in den vergangenen Wochen ebenfalls Fahrt aufgenommen, noch zehn Spieltage bleiben den Kellerkindern, um den Abstieg aus der Regionalliga zu vermeiden. Wie viele Mannschaften am Ende die Liga verlassen, ist aber noch unklar, da es mehrere Variablen gibt, die die Staffelgröße beeinflussen können. Und so sagt Manfred Schnieders, der Vorsitzende des Fußballausschusses beim Westdeutschen Fußballverband (WDFV): „Es kann auf jeden Punkt und jede Platzierung ankommen.“

Ein Blick in die Durchführungsbestimmungen für die Regionalliga West gibt Aufschluss darüber, wie der „grobe“ Rahmen aussieht. Da die Staffelgröße zur Saison 2021/22 von 21 auf 18 Teams reduziert werden soll, wird es Absteiger geben, das steht fest. Der diesjährige Meister wird die Regionalliga in Richtung 3. Liga verlassen; die Zweitvertretung von Borussia Dortmund liegt klar auf Aufstiegskurs, da Mitkonkurrent Rot-Weiss Essen schwächelt. Um die Regelstaffelgröße zu erreichen, werden mindestens zwei Teams in die Fünftklassigkeit versetzt; zurzeit würde es den Bonner SC und Rot-Weiß Ahlen treffen.

Was passiert in den Oberligen?

Ob es weitere Absteiger gibt, hängt auch von den Beschlüssen der Bundesregierung ab. Vieles deutet daraufhin, dass die Saison für die Amateurfußballer abgebrochen wird, da der Lockdown bis zum 18. April beschlossene Sache ist. In Zeiten von steigenden Inzidenzzahlen ist eine Verlängerung nicht ausgeschlossen. Sollte es dazu kommen, erscheint eine Fortführung der derzeit unterbrochenen Spielzeit sehr unwahrscheinlich. Denn sollte der Re-Start nicht bis Mitte Mai erfolgt sein, wird die Saison im Fußballverband Mittelrhein (FVM) und vielen anderen Verbänden wohl offiziell zu den Akten gelegt.

Kommt es zu einer Annullierung, wird es aus den vier für die Regionalliga West relevanten Ligen keinen Aufsteiger geben; während ambitionierte Fünftligisten wie der 1. FC Düren und der FC Hennef die bittere Pille schlucken müssten, dürften sich der Tabellen-17., -18. und -19. der Regionalliga West freuen, da diese Clubs über Umwege die Klasse gehalten hätten. Vorausgesetzt, dass es aus der 3. Liga keinen Absteiger gibt, der der West-Staffel zugeordnet wird; Viktoria Köln steht momentan im gesicherten Mittelfeld, der MSV Duisburg und KFC Uerdingen haben das Abstiegsgespenst aber noch nicht vertrieben. So weit, so kompliziert.

Für den FC Wegberg-Beeck (Tabellenplatz 15), der aktuell zwei Punkte über dem (möglichen) Strich steht, könnte sich die Ausgangssituation im Abstiegskampf also durchaus „verbessern“, sollte es kein Happy End für die Amateurfußballer geben und der Lockdown verlängert werden. Und selbst die Spieler von Alemannia Aachen (Platz 13), die einen sieglosen Monat hinter sich haben, dürften etwas entspannter in die restlichen Saisonspiele gehen. Anfang Mai sind garantiert ein paar Fragezeichen verschwunden – und möglicherweise können ein paar Kellerkinder dann auch durchpusten.