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Eintracht Verlautenheide

Eintracht verteidigt Titel : Finaltag der Stadtmeisterschaft in Aachen

Ein letztes Mal strömten am Samstag die Fußballinteressierten zum Sportplatz an der Neuköllner Straße, der Gewinner der 35. Fußball-Stadtmeisterschaft sollte gekürt werden.

Nach sechs Vorrunden- und zwei Zwischengruppen hatten sich zwei Finalspiele ergeben: Der FC Inde Hahn als Überraschungsgast und der SV Eilendorf trafen sich im Spiel um den dritten Platz und Arminia Eilendorf bestritt das Finale gegen Eintracht Verlautenheide. Der Gastgeber DJK FV Haaren hatte die Rahmenbedingungen wieder perfekt abgesteckt, der Nachmittag versprach, interessant zu werden. Zudem neben der Ehre und dem Titel nebst Pokal ja auch noch die Prämien des Hauptsponsors Sparkasse Aachen zu vergeben waren, ein zusätzlicher Anreiz.

Zurückblickend darf festgehalten werden, dass Fairness groß geschrieben wurde in den bisherigen Spielen, eine rote Karte wurde nur wegen eines absichtlichen Handspiels auf der Torlinie gezeigt. Das unterstrich auch Adi Hermanns, Vorsitzender des Gastgebers. '' Das haben wir in früheren Jahren auch schon ganz anders erlebt``, erinnerte er sich vor den Finalspielen an durchaus ruppigere Gangarten bei vorherigen Turnieren. Es blieb abzuwarten, ob sich das Spielverhalten bei den Finalspielen noch ändern würde, zu erwarten war das allerdings nicht.

Gleich das kleine Finale trug die für Außenstehende immer interessante Markierung „Klein gegen Groß`` in der Überschrift, wenngleich der FC Inde Hahn aus der Kreisliga A in den bisherigen Spielen gezeigt hatte, dass er keine Angst vor großen Namen hat. In der Vorrunde wurde der Bezirksligist Vaalserquartier eliminiert, in der Zwischenrunde versuchte das ebenfalls in der Bezirksliga beheimatete Team von Raspo Brand, den Voreifelern den Einzug ins Spiel um den dritten Platz zu verwehren, vergeblich, wie sich im Elfmeterschießen zeigte. Der SV Eilendorf als Landesligist war da noch einmal eine andere Hausnummer, das Spiel auf zweimal 45 Minuten angesetzt. Der SV sah hingegen am Vortag bis eine Minute vor dem Abpfiff im Spiel gegen Arminia Eilendorf wie der sichere Finalteilnehmer aus, dann schlug die Arminia in Person von Patrick Wirtz zurück und verdrängte den SV ins Spiel um den dritten Platz.

Die Geschichte des kleinen Finales ist allerdings schnell erzählt. Nach beidseitig nervösem Beginn übernahm der Favorit eindeutig das Ruder, auch wenn die Mannschaft von Trainer Dennis Jerusalem durch Spieler aus der 2. Mannschaft und der U 19 aufgefüllt wurde, die Vorbereitung auf die Saison geht schließlich morgen schon weiter. Die Tore fielen wie die berühmten reifen Früchte, Inde Hahn kam erkennbar an seine Grenzen. Das 1:0 für den SV erzielte mit dem ersten konsequenten Eilendorfer Angriff Fabian Nießen, Marvin Meurer, Ali Alawie und Linus Nolte erhöhten bis zur Halbzeit auf 4:0, eine klare Sache. Nach der Pause erspielte sich Inde Hahn im Rahmen der Möglichkeiten einige Chancen, an der grundsätzlichen Spielgewichtung änderte das nichts. Der SV Eilendorf reduzierte bei hohen Temperaturen die Aktionen auf ein notwendiges Minimum, der Sieg kam nicht mehr in Gefahr. Den Ehrentreffer für die Hahner erzielte Mahmoud Shelby, das Spiel endete 4:1. Das Finale kam auf Augenhöhe daher, zwei Landesligisten machten den Stadtmeister unter sich aus. Bezeichnend auch die Tatsache, dass es die beiden letzten Stadtmeister waren (Arminia Eilendorf 2018, Eintracht Verlautenheide 2019), die sich im Endspiel gegenüber standen.

 Nach sechs Vorrunden- und zwei Zwischengruppen hatten sich zwei Finalspiele ergeben.
Nach sechs Vorrunden- und zwei Zwischengruppen hatten sich zwei Finalspiele ergeben. Foto: dmp Press/Ralf Roeger

Es versprach ein hochklassiges Spiel zu werden, hatte die Arminia doch am Vortag unter Beweis gestellt, dass sie Charakter hat und bis zum Schlusspfiff alles versuchen würde, das Spiel für sich zu entscheiden. Von Anfang an kannte das Spiel zunächst nur eine Richtung, auf das Tor der Arminia zu. Verlautenheide ließ die Spieler im ungewohnten roten Dress nicht zum Spielaufbau kommen, presste hoch und erarbeitete sich einige Chancen. Umso logischer war der 1:0 Führungstreffer durch Amir Jaidi, Verlautenheide hatte die Partie im Griff. Erst mit zunehmender Spielzeit verschoben sich die Verhältnisse etwas, die Mannschaft von Dennis Buchholz zollte dem hohen Anfangstempo etwas Tribut. Eilendorf konnte sich befreien, kreierte seinerseits Möglichkeiten, ohne Zählbares zu schaffen. Auf der anderen Seite spielte Verlautenheide seine Konter nicht konsequent zu Ende, das Spiel blieb spannend. In Hälfte zwei überschlugen sich die Ereignisse manchmal. Dem stürmischen Verlautenheider Beginn trotzte die Arminia mit Glück und Geschick, die Eintracht ließ einige Hochkaräter aus.

Das sollte sich rächen, die Arminia kam nach einem Fehler in der Verlautenheider Hintermannschaft zum etwas glücklichen Ausgleich. Auch danach hatten die Spieler um Kapitän Stephan Kamps mehrfach die Möglichkeit, das Spiel für sich zu entscheiden, es sollte nicht sein. Erst in Minute 71 schaffte Moritz Klein nach starkem Konter die verdiente Führung, das Spiel schien einen verdienten Sieger zu bekommen. Doch postwendend die Antwort durch einen wunderschönen direkt verwandelten Freistoß von Patrick Wirtz, die Partie blieb bis zum Ende offen, ohne dass eine der beiden Mannschaften noch erfolgreich gewesen wäre. Das entscheidende Elfmeterschießen konnte dann Verlautenheide mit 4:3 für sich entscheiden. Das Turnier hatte seinen verdienten Sieger.

Die Arminia verließ den Platz hocherhobenen Hauptes, die Mannschaft hatte noch einmal unter Beweis gestellt, dass auch gegen einen starken Gegner die Moral stimmt und sie bis zum Schluss bereit ist, alles zu geben. Eintracht Verlautenheide verteidigte erfolgreich den Titel der letzten Meisterschaft 2019, der Pokal bleibt bei der Eintracht. Spiel um Platz 3: FC Inde Hahn - SV Eilendorf 1:4 Finale: Eintracht Verlautenheide - Arminia Eilendorf 4:3 n. E. (2:2) Stadtmeister der 35. Aachener Fußball-Stadtmeisterschaft: Eintracht Verlautenheide

 Arminia Eilendorf bestritt das Finale gegen Eintracht Verlautenheide. Am Ende holte Verlautenheide den Pokal nach Hause.
Arminia Eilendorf bestritt das Finale gegen Eintracht Verlautenheide. Am Ende holte Verlautenheide den Pokal nach Hause. Foto: dmp Press/Ralf Roeger