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Fußball-Mittelrheinliga: Eine „große graue Zone“ und Gedränge im Tabellenkeller

Fußball-Mittelrheinliga : Eine „große graue Zone“ und Gedränge im Tabellenkeller

Während auf den VfL Vichttal und den SV Eilendorf lösbare Aufgaben warten, muss der SV Breinig zu einem der Topteams der Fußball-Mittelrheinliga.

Achim Rodtheut, Trainer des SV Breinig, macht sich keine Illusionen: „Wir können eigentlich am Sonntag nur nach Bergisch Gladbach fahren und die Begegnung wie ein Pokalspiel angehen“, meint der 50-Jährige und hat wenig Lust, die Maschinen in der Phrasendreschei anzuwerfen. Nach zehn Spieltagen in der Fußball-Mittelrheinliga gibt es wohl kein Rätselraten, wer beim Auftritt der Breiniger im Bergischen der Favorit und wer der Underdog ist:

Das Rodtheut-Team rangiert ohne Punkte am Tabellenende, die Mannschaft von Trainer Helge Hohl gehört mit 19 Punkten als Fünfter zur Spitzengruppe. Und das sicher nicht von Ungefähr: „Bergisch Gladbach ist ein Topteam mit dem Anspruch, wieder in die Regionalliga zurückzukehren. Und Helge Hohl ist als Trainer ein akribischer Arbeiter, dessen Mannschaft sehr variabel auftritt“, beschreibt Rodtheut die Vorzüge des Gegners ungeschönt.

Seinem eigenen Team bescheinigt Breinigs Trainer, dass alle mitziehen bei der Suche nach einem Weg raus aus der Misere, stellt aber auch angesichts der vielen fehlenden Stammkräfte fest: „Für einige ist die Mittelrheinliga schon eine echte Herausforderung.“ Und die Eingewöhnung in der neuen Liga sei „nichts, was man mit einem Fingerschnippen erledigt. Das ist ein Prozess, der Zeit braucht.“

Zeit, das ist ein wertvolles Gut, das auch Carsten Wissing, Trainer bei Rodtheuts Langzeitstation SV Eilendorf, sicher gut gebrauchen könnte. Denn das Team zeigt zwar immer wieder gute Ansätze, belohnt sich dann aber nicht, oder wird um die Belohnung gebracht. Am Sonntag (15 Uhr) jedoch gilt es, denn dann empfängt der Tabellen-16. Eilendorf den -17. Wesseling-Urfeld.

Den Gästen weist Wissing die Attribute zu, die das Team aus Wesseling-Urfeld schon immer zu einem „schwer zu bespielenden Gegner“ gemacht haben. „Die Mannschaft ist kompakt und kampfstark“, sagt der 27-Jährige. „Die personelle Lage ist gut bei uns, einige Angeschlagene sind ins Mannschaftstraining zurückgekehrt. Und das Team signalisiert die Bereitschaft, mitzuziehen.“ Diese Bereitschaft sollte der SVE aber nicht nur am kommenden Spieltag zeigen, denn eine Woche später steht das nächste Kellerduell auf dem Spielplan der Mittelrheinliga: Dann geht es zum Kellerderby nach Breinig.

Jenseits der Roten Zone rangiert dagegen der VfL Vichttal – wenn auch nur knapp: „Da bietet sich ein Bild, das man in einer 18er-Liga selten hat“, sagt Vichttals Trainer Andi Avramovic. „Diese groß geratene graue Zone in der Tabelle strahlt mehr aus als gewöhnlich.“ Lässt sich übersetzen mit: ein eng zusammenliegendes Mittelfeld von Platz sechs bis zwölf, darunter die Sechser-Gruppe auf den Abstiegsplätzen.

Aber gerade weil die „graue Gruppe“ gerade einmal drei Zähler trennen, ist es wichtig, „dass wir Pünktchen für Pünktchen einsammeln“. Die nächste Gelegenheit dazu bietet sich am Sonntag (15.30 Uhr) gegen Fortuna Köln II. „Das wird kein leichtes Unterfangen“, warnt Avramovic seine Spieler und beschreibt das gegnerische Team als „sehr gut ausgebildet und extrem laufstark“. Es komme für den VfL also darauf an, viel zu investieren und sich nicht auf irgendwelchen Lorbeeren aus der Vergangenheit auszuruhen. „Hauptaufgabe für uns Trainer ist es, den Spielern die richtige Perspektive mit auf den Weg zu geben.“