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Pyrotechnik und Fankultur: Der Fußballfan – nicht nur ein Sicherheitsrisiko

Pyrotechnik und Fankultur : Der Fußballfan – nicht nur ein Sicherheitsrisiko

Der Deutsche Fußball-Bund will das Verhältnis zu den Anhängern verbessern und gründet eine neue Kommission. Die leitet der ehemalige Alemannia-Präsident Martin Fröhlich.

Über Fußballfans redet der Deutsche Fußball Bund regelmäßig. Meistens ist der Kontext problematisch, es geht dann um Sicherheitsfragen. Aber vielleicht ist so ein Stadionbesucher nicht per se ein problematischer Kunde.

Der weltgrößte Verband ist in sich gegangen und hat eine Kommission gegründet. Die beschäftigt sich mit „Fans und Fankulturen“ und soll eine Aufwertung der bisherigen „Geschäftsbeziehung“ sein. Das DFB-Präsidium hat einstimmig Martin Fröhlich zum Vorsitzenden berufen, der zwischen 2017 und 2021 auch bei Alemannia Aachen Präsident war.

Der Volljurist hat seitdem eine ziemlich kollegiale Beziehung zum neuen DFB-Boss Bernd Neuendorf, der zu der Zeit auch Präsident beim Fußball Verband Mittelrhein war. Mit Vertretern anderer Vereine brachten sie damals gemeinsam die Corona-Hilfen des Landes für die Regionalligisten auf den Weg.

„Ich bin gefragt worden, und weil ich immer Lust auf die Arbeit im Fußball habe, habe ich zugesagt“, sagt der 40-Jährige. Vermutlich sei die Wertschätzung beim Verband höher als bei dem ein oder anderen Funktionär in Aachen, fügt er schmunzelnd an.

Die Verbände entsenden DFB-Direktor Steffen Simon (Öffentlichkeit und Fanangelegenheiten) sowie DFL-Direktor Ansgar Schwenken (Fußballangelegenheiten und Fans). Aber vor allem die bundesweiten Faninitiativen schicken ihre Vertreter. Der Dialog soll wieder in Gang kommen, deswegen ist die neue Kommission hochwertig besetzt.

Fröhlich, so sagt es der DFB, sei ein guter Moderator für die unterschiedlichen Interessen, weil er sowohl die Arbeit im Verein als auch im Verband aus der Praxis kenne und sich unbelastet ans Werk machen könne.

Der Arbeitsauftrag bleibt vorerst schwammig. Die neue Kommission werde als „gemeinsames Beratungs- und Fachgremium von DFB und DFL zu Themen fungieren, die Auswirkungen auf Fans und deren Stadionbesuche oder fankulturelle Aspekte haben. Zudem wird sich die Kommission in Diskussionsprozesse einbringen beziehungsweise diese anregen.“ So nebulös ist es in einer Pressemitteilung festgehalten.

Nächste Woche will Fröhlich zum neuen DFB-Campus in Frankfurt fahren, um die Fachabteilung Fans beim Verband kennenzulernen. „Wir möchten Verständnis schaffen für die Interessen der Fans einerseits und die Belange der Vereine andererseits“, sagt Fröhlich. Das neue Beratungsgremium kann keine Entscheidungen treffen, soll aber immer gehört werden, wann immer über Faninteressen im Profi- und Amateurbereich befunden wird.

Das neue Ehrenamt wird ihn schnell zu den entsprechenden Fanprojekten führen. Der Aachener will den Dialog anschieben. Zu Tivoli-Zeiten hatte er eine klare Haltung zu Pyroshows, die er bis heute ablehnt. „Aber wir werden uns auch Gegenpositionen anhören“, sagt er. „Wir möchten Vertrauen schaffen.“

Das Ehrenamt ist nicht befristet, kurz nach der anstehenden Fußball-WM will Alemannias Ex-Präsident die neue Gruppe zum ersten Mal einberufen.