Aachen: Zweijahresvertrag: Alemannias Sturmtank heißt Freddy Borg

Aachen: Zweijahresvertrag: Alemannias Sturmtank heißt Freddy Borg

Die 1000. Dauerkarte wurde bereits überreicht, dazu kommen bislang 500 Business-Seats. Das sei keine schlechte Ausbeute, findet Alemannias Uwe Scherr. Der Vorverkauf läuft erst seit zwei Wochen. Je mehr Kabinenplätze er vergibt, desto größer wird der Zuspruch beim Publikum.

Am Montag brauchte der 42-Jährige noch etwas Phantasie, um sich vorzustellen wie sich so ein lauter Tivoli anhören kann. Scherr war alleine im Stadion unterwegs, zeigte Freddy Borg und dessen Freundin Angelica den neuen Arbeitsplatz. Klugerweise hatte sich der Manager ziemlich nordeuropäisches Wetter für seinen Rundgang ausgesucht.

In Rostock war der technisch versierte Hüne schnell Publikumsliebling, fünf Tore in zwölf Spielen sind eine ziemlich gute Ausbeute in einer kaum torgefährlichen Mannschaft. Als „schnell, robust, athletisch” stellte Rostocks Trainer Wolfgang Wolf den 28-Jährigen im Januar vor.

Die Einschätzung änderte sich. Die Einsatzzeiten des Schweden verringerten sich, auch weil der Oberschenkel zwickte. Bei Wolfgang Wolf fiel er in Ungnade. „Ich bin total unzufrieden mit ihm. Er hat einen Körper, kann aber keinen Ball annehmen, gewinnt nicht die Kopfbälle, hält sich an keine Taktik, zeigt nicht das, was ich von ihm sehen will”, schrieb er ihm ins Poesiealbum. Die Liebe war schnell erkaltet, Rostock bot ihm nach dem Abstieg keine Verlängerung des auslaufenden Vertrags an.

Wolfs Werturteil ist für Uwe Scherr ungefähr so interessant wie der Gezeitenwechsel an der Ostsee. Der Manager hat einen anderen Eindruck gewonnen. Der Mann, dessen Namen nach deutschem Schlager klingt, ist für ihn ein wichtiger Trumpf. „Er ist schnell, robust, athletisch”, sagt Scherr, „und kann eine Mannschaft mitreißen.” Die Aachener waren nicht der einzige, aber vielleicht der familiärste Interessent.

Der Sturmtank hat für zwei Jahre plus Option für den Verein unterschrieben. Der Mann mit der Schuhgröße 43 stammt aus einer sportlichen Familie. Vater Mats spielte bei Malmö IFK in der 2. Liga. Onkel Jörgen Ohlin spielte für Malmö FF. Borgs Schwestern Frida (30) und Fanny (25) kickten für den IFK Norrköping.

Am Montag wurde Borg sportärztlich untersucht, am Sonntag steigt er sofort in den Aachener Reparatur-Betrieb ein. Dann ist die fußballlose Zeit beim Drittligisten wieder vorbei. „Wenn wir uns erst einmal präsentiert haben, wächst die Vorfreude”, ist sich Scherr sicher. Und das werde sich natürlich weiter positiv auf die Dauerkarten-Abteilung auswirken...

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