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Shanghai: Zu viele Verkehrssünder in der Formel 1?

Shanghai : Zu viele Verkehrssünder in der Formel 1?

Nach einer vermeintlichen Strafen-Inflation in der Formel 1 haben die Piloten eine einheitliche Regelauslegung angemahnt, sich für freie Fahrt stark gemacht und einen Richter mit Rennerfahrung gefordert.

„Wir verstehen am besten, was bestraft werden sollte und was nicht”, meinte der Wiesbadener Williams-Pilot Nico Rosberg am Donnerstag in Shanghai. Die drei Strafen des vergangenen Sonntags gegen Lewis Hamilton, Felipe Massa und Sebastian Bourdais würden am Freitag vor dem Großen Preis von China beim Treffen mit Rennleiter Charlie Whiting auf die Tagesordnung kommen. „Wir werden uns darüber kaputtreden”, befürchtete Rosberg, der alle drei Urteile des Japan-Grand-Prix für nicht gerechtfertigt hielt.

So wie Landsmann Nick Heidfeld. Hamiltons Start-Manöver gegen Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen sei zwar unnötig, aber „Rennsport” gewesen, die Sanktion „nicht akzeptabel”, meinte der BMW-Sauber- Pilot. „Wahrscheinlich gibt es zu viele Strafen”, sagte der Japan- Sieger Fernando Alonso. „Das ist ja inzwischen schlimmer als auf der Straße! Wenn Du ein Formel-1-Rennen fährst, hast du mehr mit der "Polizei" zu tun als im normalen Straßenverkehr”, argwöhnte der Ex- Formel-1-Fahrer und Premiere-Experte Marc Surer.

„Manchmal ist es schwer von außen zu beurteilen, wenn man nicht in der Formel 1 gefahren ist”, erklärte Alonso. Der zweimalige Weltmeister und Renault-Pilot aus Spanien begrüßte die Idee, einen Ex-Fahrer ins Team der Renn-Kommissare zu holen. Einem älteren Fahrer würde auch mehr Respekt entgegen gebracht als einem, der nicht in der Formel 1 gefahren sei, sagte der bereits vor dem vorletzten Rennen entthronte Weltmeister Räikkönen. Zudem machten sich die Fahrer für Kontinuität bei den Strafen stark, selbst wenn sie hart ausfielen. „Was das eine Mal bestraft wird, muss das andere Mal nicht bestraft werden”, beschrieb Alonso den derzeitigen Zustand.

In Spa-Francorchamps stand der Sieger erst über zwei Stunden nach dem Rennen fest, nachdem Hamilton wegen einer Schikane-Abkürzung bestraft worden war. In Singapur wirbelten Durchfahrtsstrafen das Feld durcheinander, in Japan wurden WM-Spitzenreiter Hamilton für eine Attacke ohne Fremdberührung sowie Massa für seinen Rempler gegen den Briten gleichermaßen bestraft. „Wir haben keinen Einfluss, wann und welche Entscheidung verhängt wird”, gab Rosberg zu.