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Mönchengladbach: Ziege: „Ich will wissen, wie die Spieler ticken.”

Mönchengladbach : Ziege: „Ich will wissen, wie die Spieler ticken.”

Kontinuität heißt nun eine Devise bei Borussia Mönchengladbach, als Lehre aus der Talfahrt der letzten Jahre. Die Zukunft wird es zeigen, ob dies beim Trainer und Sportdirektor - auch in schlechten (Zweitliga-)Zeiten - beibehalten wird. In puncto Spieler aber ist dieser löbliche Ansatz Theorie.

In der Praxis machen der Abstieg, die Qualität aber vor allem auch der Charakter der Profis diesen „Königs”-Weg unmöglich. Ein Schnitt ist unumgänglich. Und um die Quadratur des Kreises für Trainer Jos Luhukay und Sportdirektor Christian Ziege noch ein wenig schwieriger zu gestalten, kämpfen die Architekten der nahen und mittleren Zukunft noch mit einer weiteren Altlast aus der Ära des Ziege-Vorgängers Peter Pander: Einige Borussen besitzen Ausstiegsklauseln in ihren Verträgen, die in der zweiten Liga greifen.

Das ist an sich nicht sensationell, mitunter dennoch ärgerlich. Doch übel wird es, wenn bei den meisten von Gladbachs potenziellen Aussteigern die Fristen nicht spätestens mit dem letzten Spieltag enden. Das wäre Liga-Alltag. Bei der Borussia aber gehen sie sogar bis in die Vorbereitung hinein. Hat etwa der Klub wie im Fall Steve Gohouri einen Profi auserkoren, in der neuen Saison eine der zentralen Figuren im neu zu bildenden Team zu sein, kann das vier Wochen später alles Makulatur sein, wenn etwa Borussia Dortmund bereits ist, für den Innenverteidiger rund 2,5 Millionen Euro zu zahlen. Die komplette Personal-Planung läge in Scherben.

Mühlstein Nummer 2 um den Hals von Christian Ziege: Der Jung-Manager hat nicht ein festes Budget, also etwa die Summe x für seine Einkäufe plus Gehälter zur Verfügung, weil etwa wie im Fall Federico Insua nicht klar ist, ob Borussia zumindest einen Teil der gut vier Millionen Euro zurückerhält, die dann wieder in den Kreislauf Verkauf-Einkauf eingespeist werden könnten. Und auch von seinem Zweitliga-Gehalt ließen sich sicherlich einige „normale” Spieler finanzieren.

Inhaltlich macht Ziege dennoch keine Abstriche beim Charakter-Casting. „Ich will wissen, wie die Spieler ticken.” Also werden mehr als ein Gespräch angesetzt. Die Ausschreibung ist für Luhukay klar: „Wir wollen nur Spieler, die mit dem Herzen dabei sind.”

Der Trainer will als Grundstruktur ein 4-3-3 spielen lassen, um bei Bedarf auf ein 4-4-2 umzuschalten oder gar wie seinerzeit mit Paderborn den Gegner mit einem 4-2-4 gefrierzuschocken. Dazu braucht er einen Torjäger in der Mitte und außen Spieler mit Tor- und Vorbereiter-Fähigkeiten. Im Mittelfeld will er auf der 8 den Denker und Lenker, der ebenfalls für sieben bis acht Treffer gut sein muss.