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Aachen: Wird die Beerdigung noch abgesagt?

Aachen : Wird die Beerdigung noch abgesagt?

Die Aussichten sind finster, die Mannschaft verströmt wenig Signale der Zuversicht, sie schießt keine Tore mehr, die Tendenz ist stark fallend, die Innenverteidigung sitzt gesperrt auf der Tribüne, die Nationalspieler sind aussortiert.

Der Gegner hat sich in der Winterpause mit drei Millionen Euro prominent verstärkt, Alemannia besitzt die schlechteste Heimmannschaft, kassiert mit großem Vorsprung die meisten Gegentore, wird sich auch nach diesem Spieltag in der Roten Zone aufhalten, noch nie hat sich ein Tabellen-16. zu diesem Zeitpunkt noch retten können vor dem heranbrausenden Sonderzug in die 2. Liga.

Selbst der Himmel weint durchgehend, seitdem der Aufsteiger wie ein Absteiger daherkommt. Eine Beerdigung droht, doch der Trainer kommt mit seiner gewohnten Zuversicht daher. Nicht, dass Michael Frontzeck alle diese Argumente oder Trends entkräften könnte.

Er ignoriert sie einfach, er will die letzten sechs Spiele von der Festplatte nehmen und löschen. „Wir werden am Samstag gegen den VfL Wolfsburg nicht blockiert sein, wir sind gut vorbereitet. Wir wollen mit unserem Publikum im Rücken den Gegner schlagen.” Vielleicht steckt diese unglaubliche Zuversicht ja seine schwankende Mannschaft an, vielleicht ist ja der Gast noch viel gestresster als die Hausherren, denen nicht mehr viel zugetraut wird.

Und natürlich geht es in diesem nächsten Endspiel nicht nur um den Job des Trainers beim VfL Wolfsburg, Klaus Augenthaler. Auch über Alemannias Coach wird längst diskutiert, seine Chancen im Abstiegsfall bleiben zu dürfen, sind verschwindend gering. Mannschaft und Trainer haben nur noch maximal zwei Termine, um die drohende Beerdigung abzusagen.

In solchen Momenten, wenn alle Fakten gegen das eigene Team sprechen, vertrauen sich die Menschen gerne überirdischen Aspekten an. „Es gibt dieses Gefühl, dass wir es noch packen”, sagt Frontzeck. Schließlich bekommt der Serien-Verlierer Woche für Woche eine neue Chance serviert, die Bundesliga entlässt Aachen trotz beeindruckender Pannenserie noch nicht. „Das ist eher selten, dass man nach sechs Niederlagen, immer noch im Rennen ist”, meint Frontzeck. „Das ist ein Wink des Himmels.”

Augenthalers 24-Sekunden-Auftritt

Mit einer spektakulären Aktion hat Trainer Klaus Augenthaler auf die Diskussionen über seine Zukunft in Wolfsburg reagiert. Bei einer Pressekonferenz stellte er sich selbst vier kurze Fragen zum Abstiegs-Finale. Nach seinen Antworten verließ der Ex-Nationalspieler nach 24 Sekunden ohne jeden weiteren Kommentar den Raum. Zurück blieben verdutzte Medienvertreter und ein nicht eingeweihter Manager Klaus Fuchs.