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Köln: „Wir müssen aufsteigen”: FC-Kapitän Dirk Lottner über Team, Trainer und Zukunft

Köln : „Wir müssen aufsteigen”: FC-Kapitän Dirk Lottner über Team, Trainer und Zukunft

Mit keinem aktuellen FC-Spieler identifizieren sich die Fans stärker als mit dem Kölner Kapitän Dirk Lottner. Keiner spaltet die Meinung der zahlenden Kundschaft des Fußball-Zweitligisten mehr als der 30-Jährige.

Doch Lottner ist der Kopf der Mannschaft, die gegen Aufsteiger Lübeck (15 Uhr) am 6. Spieltag den dritten Heimsieg einfahren will. Der Mittelfeldspieler weiß, dass sich der FC nicht viele Fehltritte leisten darf.

„Klar wissen wir, dass es dem FC wirtschaftlich nicht gut geht”, sagt Lottner. „Deshalb müssen wir auch aufsteigen.” AZ-Redakteur Günter Kirschbaum sprach mit dem FC-Führungsspieler.
Wie gehts dem FC auf dem Rückweg zur Bundesliga?

Lottner: Gut. Dem FC und mir auch. Wir haben elf Punkte aus fünf Spielen geholt, sind noch ungeschlagen und stehen auf einem Aufstiegsplatz. Das ist genau das, was wir wollten.

Aber viel Glanz hat Köln noch nicht versprüht...

Lottner: Der kommt schon noch. Aber in der 2. Liga stehen Kampf und Einsatz an erster Stelle. Alles andere ist zunächst nebensächlich. Außerdem sind wir nicht die Mannschaft, die einfach und spielerisch durch die Klasse marschiert, wie das im Aufstiegsjahr der Fall war. Was wir Spieler aber überhaupt nicht verstehen können, ist die Kritik in den Kölner Zeitungen. Klar haben wir bisher noch nicht überzeugt. Aber die Mannschaft wächst langsam zusammen. Und wenn ich dann lese, wir hätten noch keine Bundesliga-taugliche Mannschaft, bringt mich das schon auf die Palme.

Immerhin ist der 1. FC Köln als einziger Klub der Liga noch ungeschlagen...

Lottner: Tatsächlich? Aber das interessiert mich nicht. Mich interessiert nur der FC. Und der steht auf einem Aufstiegsplatz.

Wir erklären Sie sich, dass auswärts die Defensive stimmt, es vorne aber nur zu Hause funkt?

Lottner: Auswärts haben wir zwar noch kein Gegentor kassiert, aber in der Offensive nicht gut ausgesehen. In den beiden Heimspielen war richtig was los im Sturm. Doch da waren wir in der Defensive zu unkonzentriert. Wenn wir das miteinander besser kombinieren, dann spielen wir nicht mehr nur erfolgreich, sondern auch attraktiv. Wir sind aber auf dem richtigen Weg.

Welche Möglichkeiten hat der Kapitän Dirk Lottner, diesen Prozess mit zu gestalten?

Lottner: Wir sprechen viel miteinander. Wir haben einige junge Spieler, die gute Perspektiven haben. Florian Kringe, der eine große Zukunft hat, wenn er sich so weiterentwickelt. Aber auch Nessou, Federico und Schröder sind Spieler, die zwar noch in unserer Regionalliga-Mannschaft spielen, da aber heraus ragen. Diese Jungs müssen wir älteren Spieler unterstützen. Nicht nur der Kapitän.

Wie stark ist der Kapitän Dirk Lottner, welchen Einfluss hat er?

Lottner: Das ist schwer zu beschreiben. Die Mannschaft akzeptiert meine Rolle als Kapitän, und der Trainer bespricht auch eine Menge Dinge mit mir. Die Mannschaft stelle ich aber nicht auf.

Wie ist Ihr Verhältnis zu Trainer Friedhelm Funkel?

Lottner: Das Verhältnis ist gut. Ich bin froh, dass ich mit Friedhelm Funkel einen Trainer habe, der auf mich setzt und mir vertraut.

Das war vor Funkel beim FC ja anders . . .

Lottner: Bevor er zu uns kam, war die Stimmung auf dem Nullpunkt. Wir waren total verunsichert. Es kommt in der Karriere eines Profis ja auch nicht so oft vor, dass man zehn Spiele lang kein Tor schießt. Mit Funkel kam die Wende.

Haben Sie unter Ewald Lienen mal mit dem Gedanken gespielt, die Brocken hinzuwerfen?

Lottner: Nein, so leicht gebe ich nicht auf.

Und Ihre Karriere werden Sie beim FC beenden...

Lottner: Ja, wenn alles normal läuft. Mein Vertrag läuft noch bis Juni 2004. Danach bleibe ich dem FC in einer anderen Funktion erhalten. In welcher aber genau, steht noch nicht fest.

Zum Sonntag: Was dürfen die Zuschauer im Spiel gegen den VfB Lübeck erwarten?

Lottner: Man soll mit Versprechungen ja vorsichtig sein. Aber Lübeck ist Aufsteiger und hat zuletzt zweimal verloren, wir müssen aufsteigen. Ohne Überheblichkeit: Alles andere als ein Sieg kann für uns nicht in Frage kommen.