Aachen: Wiederauferstehung nach dem Debakel

Aachen: Wiederauferstehung nach dem Debakel

Rückblende zur Hinrunde: Die Mannschaft von Alemannia Aachen investiert sehr viel, nutzt aber ihre Chancen nicht. Der Gegner kommt aufgrund von Defensivfehlern viel zu einfach zu Toren, und der Aufstiegsaspirant FC Augsburg geht mit 3:1 als Sieger vom Platz.

Rückblende letzter Spieltag: Die Mannschaft von Alemannia Aachen investiert...und der FC Erzgebirge Aue geht mit 5:1 als Sieger vom Platz.

Ausblick auf das kommende Spiel, wieder heißt der Gegner FC Augsburg, der vom Aufstiegsaspiranten zum fast sicheren Aufsteiger geworden ist. „Es war das erste Mal, das wir drei Tage nicht gut drauf waren”, räumt Aachens Trainer Peter Hyballa nach dieser seltsamen und vor allem unerwarteten Klatsche auf der Zielgeraden der Saison ein. „Es herrschte Geisterstimmung statt Flowerpower.” Nur musste die Mannschaft zugleich wieder aufgerichtet werden für das Spiel am Sonntag und gleichzeitig Erklärungen für das sechsminütige Debakel gegen die Erzgebirgler gefunden werden.

Die Ursachenforschung bietet mehrere Lösungen an: Bereits nach dem Spiel beim MSV Duisburg hatte Hyballa laut und vernehmlich die Qualitätsfrage gestellt. „Der Tabellenplatz spiegelt die Qualität der Mannschaft wider.” Für die kommende Saison habe Sportdirektor Erik Meijer zwar schon einige Köder nach „zwei, drei Hammerhaien” ausgeworfen, „nur angebissen hat noch keiner”. Aktuell ist die Hierarchie in der Mannschaft mit einem Rudel junger Spieler und „einem dominanten Trainer” (Hyballa über Hyballa) nur schwach ausgeprägt.

Zweite Möglichkeit: Zweikampfschwäche. „Alle fünf Spieler, die als Innenverteidiger zur Verfügung stehen, haben im Nahkampf ihre Probleme gehabt”, bilanziert Aachens Trainer und denkt über den Einsatz von Tobias Feisthammel beim Tabellenzweiten nach, der gegen Aue nach desolater Leistung ausgewechselt worden war. „Ich vertraue den Spielern, mit denen ich auch nächste Saison arbeiten werde”, erklärt der 35-Jährige - und nimmt auch Torwart David Hohs in Schutz. „Schade, dass er die Fehler nicht mehr besser korrigieren konnte.”

Dritte Möglichkeit: System- und damit verbunden Generationsprobleme. „Vielleicht lasse ich gegen Augsburg ja mal weniger offensiv spielen”, denkt Hyballa über eine abwartendere Spieleinstellung nach und stellt still die Frage, wer den Verwaltungsfußball der letzten Jahre mit der „Doppel-Sechs” noch sehen will. Nur: Die jungen Spieler ziehen zwar schnell mit, wenn es darum geht, höher zu stehen und auch als Innenverteidiger das Spiel zu eröffnen - aber es fehlt an Erfahrung. Die Älteren, die Generation, die mit dem System Viererkette am Strafraum und doppelte Absicherung davor groß und routiniert geworden ist, tritt auf die Bremse. „Bei einigen Spielern haben wir das Limit erreicht”, sieht Hyballa ausgeschöpftes Potenzial.

Chancen- und hoffnungslos ist der Ausflug zum FC Augsburg, der mit einem Sieg den Relegationsplatz schon sicher haben könnte, dennoch nicht: „Unsere Chance liegt darin, dass niemand mit uns rechnet”, hofft Aachens Trainer auf eine Trotzreaktion der Mannschaft, warnt aber vor der Gefährlichkeit des Gegners: „Augsburg ist eine Schleichermannschaft, die pro Spiel zwei, drei Mal zündet und ihre Chancen nutzt.”

Demai und Stuckmann verstoßen gegen Regeln

Zur Strafversetzung von Aimen Demai und Thorsten Stuckmann zur Zweiten Mannschaft meinte Aachens Trainer Peter Hyballa, die beiden Spieler hätten eine Regel, die er nicht näher benennen wollte, verletzt und hätten zuvor bereits von ihm dafür die Gelbe Karte gesehen. „Und nach Gelb kommt irgendwann Rot.” Der Berater von Stuckmann wollte die Strafe schriftlich bestätigt haben.