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Aachen: Van Ecks nächste Stellschraube heißt Michael Melka

Aachen : Van Ecks nächste Stellschraube heißt Michael Melka

Es gibt ja immer noch Dinge, die es in der Vereinsgeschichte zuvor nicht gegeben hat. Keine drei Wochen ist René van Eck im Amt, da hält die Datenbank unbarmherzig fest: Mit drei Niederlagen ist noch kein Trainer bei Alemannia Aachen gestartet.

Seit dem unglücklichen 1:2 gegen Preußen Münster findet sich die Mannschaft erstmals auf einem Abstiegsplatz wieder, sieben Spiele in Folge ist der Drittligist sieglos.

Van Eck hat bereits an ein paar Stellschrauben gedreht, wenn die Schwarz-Gelben am Samstag beim Chemnitzer FC auflaufen, folgt die nächste Neu-Justierung. Als am Freitag die Busfahrkarten verteilt wurden, stand auf einem Ticket erstmals der Name Michael Melka. Wechsel der Nummer eins: Für Tim Krumpen war die Saison bislang undankbar, der 23-Jährige hatte kaum herausragende Szenen, er avancierte nie zum Matchwinner, sammelte zuletzt ein paar Patzer zu viel. Und er ist ohnehin nicht der Typ, der mit Präsenz und Ausstrahlung einer Mannschaft in gefährlicher Strömung eine Portion Halt geben kann.

Nun also Melka. „Ich freue mich natürlich. Wenn man der Meinung ist, dass ich helfen kann, dann helfe ich gerne”, sagt der 34-Jährige. Aus dem als offen ausgerufenen Kampf um den Platz zwischen den Pfosten war er schon in der Vorbereitung ausgeschieden - Probleme mit der rechten Wade, verursacht durch die Schuheinlage. „Da läufst du natürlich erst mal der Musik hinterher. Und musst auf den Tag X warten.”

Bei Rot-Weiß Oberhausen hatte Michael Melka eine starke Saison gespielt, nur 33 Gegentore in 30 Einsätzen waren eine herausragende Quote in einem Absteiger-Team. Doch auch als er sich am Tivoli wieder fit meldete, blieb der 1,95 Meter große Ex-Gladbacher nur die Nummer drei hinter Krumpen und Mark Flekken. Das Verhältnis zum ehemaligen Torwarttrainer war nicht ungetrübt, Hans Spillmann verließ sogar das Stadion, als Ralf Aussem den Routinier zum Pokalspiel gegen Borussia Mönchengladbach erstmals in den Kader berief. Einen Pflichtspieleinsatz bekam Melka bislang nur in der „Zweiten”, Anfang September beim 2:3 in Hennef.

„Ich würde nie was fordern. Das wäre nicht korrekt den anderen Torhütern gegenüber”, sagt Melka. An der prekären Tabellensituation hat er nachweislich keinen Anteil, aber durchaus eine Meinung zur sportlichen Entwicklung. „Wenn du 16 neue Spieler hast, dann kann es den einen oder anderen Tag dauern, bis eine Mannschaft stabil ist.
Aber was ich schon damals nicht verstanden habe: dass wir uns das Spiel in Saarbrücken selber schlecht geredet haben”, den glücklichen und bislang letzten Erfolg. „Wir hätten das nicht kaputtreden dürfen mit Aussagen wie so können wir nicht weiterspielen. Wen interessiert jetzt noch in Münster, wie die am Dienstag bei uns gespielt haben? Die mussten nicht viel tun, um zu gewinnen. Wir haben uns damals für einen Sieg entschuldigt und uns Selbstvertrauen genommen.”

Deutlich sei auch: „Wir trainieren besser, als wir spielen. Wir müssen mal über 90 Minuten Kampf und Leidenschaft auf den Platz kriegen, dann kommen auch die Ergebnisse.” Punkte gebe es nun mal nicht, „weil wir Alemannia heißen oder das schönste Stadion haben”. Mit Schönspielen ist in dieser Liga „nichts zu gewinnen. Bis Weihnachten geht es nur darum, Punkte zu holen und den einen oder anderen Platz zu klettern. Alles andere ist Träumerei.”

So könnten sie spielen: Melka - Weber, Olajengbesi, Stehle, Baumgärtel - Schwertfeger, Streit, Erb - Kefkir, Pozder, Thiele

Schiedsrichter: Norbert Giese (Großräschen)

Punktspielbilanz gegen Chemnitz: 4 Spiele - 1 Sieg, 1 Remis, 2 Niederlagen (6:7 Tore)

TV: ab 14 Uhr Live-Konferenz im WDR mit Münster - Dortmund II und Darmstadt - Bielefeld

Auch der Chemnitzer FC hat Probleme mit einem Teil seiner Fans

Im Sachsen-Fußball ist Gerd Schädlich eine Koryphäe. Seine Karriere als Spieler musste er verletzungsbedingt schon im Alter von 25 Jahren beenden; als Trainer betreute Schädlich später u.a. Stahl Riesa, den FSV Zwickau, Sachsen Leipzig und Erzgebirge Aue. Seit Juli 2008 coacht der heute 59-Jährige den Chemnitzer FC, stieg 2011 mit den „Himmelblauen” in die Dritte Liga auf und spielte in der Saison lange in der Spitzengruppe mit.

Der ersten Heimniederlage dieser Saison gegen den VfL Osnabrück (0:2) folgte ein 0:0 bei Arminia Bielefeld. „Wir haben eine positive Reaktion gezeigt. Jetzt gilt es, diese Leistung zu bestätigen”, sagt Schädlich. Vom aktuellen Tabellenstand „dürfen wir uns nicht täuschen lassen. Aachen hat eine gestandene Mannschaft mit viel Erfahrung.” Beim CFC fehlen die verletzten Toni Wachsmuth und Marcel Baude; auch Benjamin Förster und Carsten Sträßer sind noch nicht wieder im Mannschaftstraining. Sascha Pfeffer kehrt nach Sperre in den Kader zurück.

Auf die Probleme mit einem Teil des Publikums hat der Verein nun reagiert. Drei Gruppierungen sind ab sofort im Stadion an der Gellertstraße unerwünscht.