Mönchengladbach: Und dann gehen Favres Wünsche in Erfüllung

Mönchengladbach: Und dann gehen Favres Wünsche in Erfüllung

Die Älteren unter unseren Lesern werden sich erinnern: Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre gab es im vergangenen Jahrhundert im Fernsehen die Show „Wünsch dir was”. Sie lief auch im Schweizer Programm, und vielleicht hat der junge Lucien Favre mal zugeschaut. Es gab Ratespiele, es ging aber auch um Harmonie, um Mutproben.

„Wünsch dir was”: Und war nicht zuletzt oft ein Spiel der zuletzt so unharmonischen Borussen eine Mutprobe für die Zuschauer? Ergänzt um das Ratespiel: Welche Mannschaft wirds diesmal sein?

„Wünsch dir was”: Trainer Lucien Favre hatte vor dem dritten Gruppenspiel der Borussia in der Europa League gegen Olympique Marseille einige Wünsche auf Lager: „Kompakt stehen, diszipliniert spielen und Druck nach vorne machen.” Und manchmal gehen Wünsche in Erfüllung: Wie der vom Sieg! Mit dem verdienten 2:0 (1:0)-Erfolg über Olympique Marseille bleibt die Borussia in der Europa League im Geschäft. Und auch Peniel Mlapa erfüllte sich einen Wunsch. Dazu später mehr.

Beim Rätselraten in Sachen Aufstellung hatte Favre nicht für die große Überraschung gesorgt und nur eine Änderung vorgenommen: Granit Xhaka saß auf der Bank, für ihn begann Lukas Rupp. Er agierte auf der rechten Seite, und Patrick Herrmann durfte sich als „Neuneinhalber” hinter Luuk de Jong versuchen.

Von Beginn an war die Borussia auf Sicherheit bedacht, und Favres erste Wünsche vom „kompakt stehen” und dem „diszipliniert spielen” gingen in Erfüllung. Die Gladbacher verschoben gut, halfen sich gegenseitig, und je länger die Halbzeit dauerte, desto einfallsloser agierten die Gäste.

Es war kein Feuerwerk, dass der Tabellenzweite aus Frankreich trotz wesentlich mehr Ballbesitz abbrannte. Im Gegensatz zu den „Deppen” in der OM-Fankurve, die vor dem Anpfiff jede Menger Kracher und Rauchbomben zündeten. Da hatten die Ordnungskräfte sich bei der Einlasskontrolle so angestellt wie Borussias Defensive in Bremen und Dortmund - durchlässig. Gefahr für das Borussen-Tor gab es nur nach einem Eckball, als Rémy mit dem Kopf vor ter Stegen am Ball war, aber vorbeiköpfte (14.).

In der Folge erarbeiteten sich Arango, Rupp und Co. mehr Spielanteile, und als Tony Jantschke an der Strafraumkante gefoult wurde, sollte das Folgen haben: Juan Arangos Freistoß parierte Steve Mandanda zwar noch per Fuß, doch anschließend sprang Charles Kaboré der Ball an die Hand. Elfmeter, und Filip Daems schoss den Ball humorlos mitten ins Tor. Das 1:0 (33.) war der Lohn für ein engagiertes Auftreten, auch wenn die Sache mit dem „Druck nach vorne machen” nicht wirklich funktionierte. Für Jantschke war die Partie vorbei, er wurde benommen aus dem Stadion geführt und ins Krankenhaus gebracht. Roel Brouwers kam, Martin Stranzl rückte in der Abwehr auf die rechte Seite.

Nach der Pause zunächst das gleiche Bild: Marseille dominierte, aber ohne zwingend zu agieren. Und dann gab es wieder einmal so eine Geschichte, wie sie im Fußball so oft geschrieben wird. Peniel Mlapa, nach einer starken Vorbereitung lange verletzt und danach noch ohne echte Chance, war gerade zwei Minuten für den am Fuß verletzten de Jong im Spiel, eroberte sich den Ball vor dem Strafraum und hämmerte die Kugel aus 18 Metern und mit viel Frust ins Netz.

2:0 (66.) - und viele Steine purzelten im Borussia-Park. Nach feiner Vorarbeit von Arango und Herrmann vergab Mlapa noch eine Hundertprozentige (71.). Egal, auch so wurden Wünsche im Borussia-Park wahr!