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Köln: . . . und danach drei Tage Sauerstoffzelt

Köln : . . . und danach drei Tage Sauerstoffzelt

Sonntag ab 16.45 Uhr wird es am Kölner Ring so sein wie es gestern war am Kölner Ring: Der Verkehr bricht völlig zusammen. Freitag sorgte ein LKW-Unfall auf der A4 für das Chaos, am Samstag sind es die Fans des 1. FC Köln. Wenn, ja wenn denn alles nach Wunsch verläuft und die Mission (Vision) des FC-Präsidenten Wolfgang Overath mit dem Ziel Wiederaufstieg ihre Vollendung findet.

Dazu bedarf es allerdings eines Sieges gegen den Mitkonkurrenten FSV Mainz 05 - dann ist der Matchball einen Spieltag vor Saisonende vollbracht, die Erstklassigkeit nach zweijähriger Abstinenz für die „Geißböcke” wiederhergestellt.

Der Vereinschef sprach zweit Tage vor Anpfiff des Aufstiegskrimis von einem „alles entscheidenden Spiel” und stimmte die Mannschaft um ihre beiden Torjäger (zusammen 37 Saisontreffer) persönlich auf den Arbeitstag am Sonntag ein: „Wer Helmes und Novakovic im Sturm hat, macht immer ein Tor. Und wir haben 50.000 Fans, die uns unterstützen. Diese Chance müssen wir, diese Chance werden wir nutzen.”

Da hat natürlich Jürgen Klopp etwas gegen, weil er mit seiner Mannschaft trotz der 0:1-Pleite am Mittwoche gegen Aachen auch noch von der Erstklassigkeit träumt. „Jürgen Klopp, der Garant der Mainzer Erfolgsstory, wird alle Register ziehen gegen uns, er wird sich etwas einfallen lassen, weil Mainz ums Überleben kämpft”, ist Christoph Daum sicher.

Klopp kündigte an: „Wir wollen diese drei Punkte, und die Kölner müssen aufpassen, dass sie sich nicht zu früh freuen. Im Hinspiel haben wir sie auf dem ganzen Feld gejagt.” Dies hält der 40-Jährige wie damals beim 1:0-Sieg des FSV auch jetzt für das geeignete Mittel.

Aber der FC scheint gewappnet. Die Freude über den Augsburg-Sieg lediglich bis zur Heimreise. Dann erinnerte Trainer Christoph Daum schnell daran, „dass wir noch gar nichts erreicht haben”. Und er erinnerte an die robuste Gangart der Mainzer im Hinspiel und mit Pathos in der Stimme an das große Ziel: „Die Sprache des Erfolgs zählt. Hier hat jeder Einzelne erkannt, dass er wichtiger Teil des Ganzen ist, um dieses Ziel zu erreichen”. Möglichst am Sonntag schon.

Dass sich seine Spieler für den Verein, die Fans und die Rückkehr ins Oberhaus „völlig auspowern” gegen Mainz, klingt dann wieder wie eine selbstverständliche Forderung. „Nach dem Spiel können sie dann meinetwegen drei Tage unters Sauerstoffzelt”, sagt der Trainer, der einmal mehr die in mancher Zeit hoch leidensfähigen Fans bemühte: „Sie haben seit dem 1:0 gegen Koblenz nie mehr gepfiffen, sondern die Mannschaft großartig unterstützt”. Eine Sprache sprächen Fans und Profis.

Ein bisschen merkte man das auch am Freitag wieder. Im Stau am Kölner Ring. Aus etlichen Pkw wehten schon da die FC-Fahnen. „Alles für den Aufstieg” steht drauf. Am Sonntag könnte es soweit sein. Wenn denn Wolfgang Overath Recht behält.

Nach der besiegelten Bundesliga-Rückkehr von Borussia Mönchengladbach können an diesem Sonntag auch der 1. FC Köln und die TSG Hoffenheim auf Aufstiegsfeten hoffen.

Der 1. FC Köln steigt auf, wenn er das Heimspiel gegen Mainz gewinnt. 1899 Hoffenheim steigt auf, wenn die Partie bei Kickers Offenbach gewonnen wird und Mainz in Köln leer ausgeht.