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Timo Boll macht den Unterschied: Düsseldorf zum 18. Mal Pokalsieger

Timo Boll macht den Unterschied: Düsseldorf zum 18. Mal Pokalsieger

Hamm/Düsseldorf. Tischtennis-Star Timo Boll hat den erfolgreichsten Club Deutschlands nach vierjähriger Titel-Abstinenz in die Siegerspur zurückgeführt. Borussia Düsseldorf gewann bei der Endrunde um den deutschen Pokal bereits zum 18. Mal den „Pott”.

Im Endspiel setzten sich die Rheinländer mit 3:1 gegen Außenseiter Werder Bremen durch. „Ich bin heilfroh, dass wir das geschafft haben”, sagte Boll erleichtert. Der Europameister machte beim Final Four in Hamm den Unterschied aus und gewann am Samstag vor 1000 Fans alle vier Einzel.

„Timo hat ein so viel höheres Grundniveau als die anderen Spieler, dass er es kompensieren kann, wenn er nicht in absoluter Topform ist”, erklärte Düsseldorfs Manager Andreas Preuß. Wie groß seine Reserven sind, bewies der 26-Jährige beim 3:1 im Halbfinale gegen seinen Ex-Club TTV Gönnern. Nach verlorenem ersten Satz und einem 6:9-Rückstand im zweiten Durchgang drehte Boll gegen Gönnerns chinesischen Abwehrspieler Wang Xi mächtig auf und führte den Mann aus Asien regelrecht vor.

Das Endspiel begann für die Düsseldorfer mit einem Rückschlag. Nationalspieler Christian Süß unterlag dem Japaner Seyia Kishikawa im Werder-Trikot. „Man merkt, dass es ein langes Jahr war und die Spieler müde sind”, sagte Preuß. „Christian und Dimitrij haben sicher nicht ihren besten Tag erwischt.” Auf den Einsatz des EM-Dritten und Senkrechtstarters Dimitrij Ovtcharov im Finale hatte die Borussia sogar verzichtet, nachdem dieser beim 3:1 gegen Gönnern sein Einzel gegen den Tschechen Antonin Gavlas verloren hatte.

Doch der Weltranglisten-Fünfte Boll behielt stets die Übersicht. „Ich habe schon vorher gesagt, dass das nicht so einfach für uns wird, wie viele glauben”, sagte der gebürtige Hesse. „Es war wichtig, dass wir die Ruhe bewahrt haben und nicht durchgedreht sind, wenn es mal knapp wurde.” Dafür bürgte im Endspiel auch der für Ovtcharov ins Team gekommene Tscheche Petr Korbel, der im dritten Match gegen den Ex-Düsseldorfer Lars Hielscher seine ganze Erfahrung ausspielte.

Borussias Vereinsführung war über das Ende der Durststrecke mehr als erleichtert. „Mir ist eine Hundertkilo-Steinelast vom Herzen gefallen”, verriet Manager Preuß, dessen Team seit der Verpflichtung von Boll und Ovtcharov national als praktisch unschlagbar gilt und unter einem enorm hohen Erfolgsdruck gestanden hatte. „Wenn man in den letzten Tagen die Zeitung aufgeschlagen hat, standen wir ja schon als Sieger fest, und das bekommen natürlich auch die Spieler mit.”

Für Düsseldorf soll der Pokalsieg nur der Anfang einer sehr erfolgreichen Saison sein. Die deutsche Meisterschaft und der Triumph in der Champions League sind die weiteren Ziele. „Der Pokalsieg gibt einfach etwas Ruhe für die nächsten Wochen und Monate”, sagte Preuß. Die Bremer, die im Halbfinale den TTC Jülich mit 3:2 besiegt hatten, konnten mit der Endspiel-Niederlage prima leben. „Wir sind glücklich über den zweiten Platz”, freute sich Trainer Cristian Tamas über den größten Erfolg in der Vereinsgeschichte des Erstliga-Aufsteigers.