Mönchengladbach: Ter Stegen fängt bis 2015 Bälle für die Borussia

Mönchengladbach: Ter Stegen fängt bis 2015 Bälle für die Borussia

Martin Stranzl sah sich genötigt, die Sportredakteure des Landes ein bisschen zu maßregeln. Und das nur, weil diese die Wahrheit und nichts als die Wahrheit verbreitet haben.

Für Borussias Abwehrchef gehört es sich nämlich nicht, die Partie der Mönchengladbacher am Samstag (15.30 Uhr) gegen Werder Bremen als ein Spitzenspiel in der Fußball-Bundesliga zu bezeichnen. Diesen Begriff würden nur die Medien ins Spiel bringen, so der Österreicher, „wir sagen so etwas nicht”. Und, so wie es Trainer Lucien Favre gerne hört, fügte Stranzl noch an: „Wir schauen von Spiel zu Spiel.”

Nein, es kann passieren, was will, die Borussen lassen sich partout nicht aus der Reserve locken. Deshalb müsste an dieser Stelle eigentlich auch nicht explizit erwähnt werden, was Favre, der bis auf Igor de Camargo und Joshua King alle Spieler zur Verfügung hat, über Bremen sagt: „Sehr, sehr stark, sehr gut, sehr gefährlich”, wie halt alle Gegner, denn „alle Spiele sind schwer”. Aber Angst habe die Borussia vor keiner Mannschaft.

Zwei vierte Plätze

Immerhin, und vielleicht könnte sich der Tabellenvierte vor dem „Spitzenspiel” gegen den Dritten ja ein bisschen mehr aus dem Fenster lehnen. Oder zumindest das Fenster mal aufmachen... Denn fest steht: Die in dieser Saison gesammelten 23 Punkte bzw. die im Jahr 2011 eingefahrenen 49 Zähler - auch in dieser Wertung belegt Borussia derzeit Platz 4 - sind kein Ergebnis, das lauter Zufällen entsprungen ist. Die Borussia ist auf Sicht gesehen (noch) kein Spitzenteam, besitzt aber kurzfristig die Berechtigung, Ausrichter eines Spitzenspiels zu sein.

Wesentlichen Anteil an diesem Höhenflug hat Marc-André ter Stegen. Gerade einmal 18 Einsätze hat der gerade einmal 19-Jährige in der Bundesliga bisher absolviert - und schon ist er nicht nur Leistungs-, sondern auch Hoffnungsträger für eine erfolgreiche Mönchengladbacher Zukunft. Geht es nach dem Vertrag, endet diese frühestens 2015. Der bis 2014 laufende Kontrakt des Torhüters wurde am Donnerstag vorzeitig verlängert und „angepasst”, wie es Sportdirektor Max Eberl formulierte.

Im Klartext: Es gibt eine satte Gehaltserhöhung für den seit 1996 für die Borussia spielenden ter Stegen. Das „herausragende Talent”, so Eberl, habe mit der Vertragsunterschrift ein „Superzeichen vor den wichtigen Spielen” gesetzt. Samstag gegen Bremen, dann geht es nach Köln, dann kommt Meister Dortmund: Spitzen- und Schlagerspiele für die Borussia, doch so richtig gestrahlt hat Lucien Favre nur bei einer Aussage Eberls. Dass ter Stegen nicht mehr sei, als nur einer von vielen wichtigen Spielern. Es bleibt dabei: Das Kollektiv dominiert das Handeln bei der Borussia. Und die Bescheidenheit. Und die Demut.