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Mönchengladbach: „Team 2006”: Die „Hungrigen” auf dem Bökelberg

Mönchengladbach : „Team 2006”: Die „Hungrigen” auf dem Bökelberg

Der Anspruch ist hoch: Mit drei Trainingseinheiten soll Uli Stielike aus einer Ansammlung von Jung-Profis eine Mannschaft basteln, die sich am Freitag (20.30) im Test auf dem Bökelberg gegen die Türkei als „Team 2006” beweisen soll.

„Wir sind ein zusammengewürfelter Haufen”, sagt der Mönchengladbacher Bernd Korzynietz. Was ihn und seine Mitspieler von erfahrenen Kollegen unterscheidet, ist vor allem, „dass sie hungrig sind” (Stielike).

Nun wird es im Hotel „Burg Wegberg” sicherlich genug zu essen gegeben haben. Aber der DFB-Trainer hofft mehr auf eine mentale Einstellung, die ihm auch bei der U 20 die Arbeit versüßt.

„Ich arbeite gern mit jungen Leuten, die nicht alles wissen, nicht alles bereits durchgekaut haben.” Wenn es optimal läuft, schleust Stielike drei bis vier Fußballer durch sein Perspektiv-Team hin zum Stammplatz in Rudi Völlers A-Team.

Doch der Weg ist keine Einbahnstraße. So plumpsten auch Arne Friedrich, Daniel Bierofka und Tim Borowski in Stielikes Auffangbecken, nachdem sie zuletzt beim Länderspiel gegen Bulgarien Höhenluft der Güteklasse A schnuppern durften.

„Team 2006” - Netz oder Sprungbrett? Musste der Fußball-Lehrer Händchen halten bei Friedrich & Co.? „Es ist ihnen sehr wohl bewusst, wie es zu ihrem Einsatz im A-Team gekommen ist. Wenn nicht, wären sie meiner Einladung nicht gefolgt.”

Von wegen Wohlstands-Jünglinge: Der Fußball-Lehrer singt weiter das hohe Lied der optimalen Einstellung. „Ein Fabian Ernst kommt mit dickem Knöchel angereist. Der am Knie verletzte Per Kluge ist beim Mannschaftsessen und bei der Besprechung dabei.”

Unerwünscht sind beim „Treffen der Hungrigen” nur zwei Kategorien: „Ich will keine Primaballerinen, die alles mit links machen wollen. Und keine Beamten-Typen, die zur Pflichterfüllung nur ihren Job runterreißen.”

Mit diesem Klientel hat der Ex-Profi so seine Erfahrungen. Schlechte, was seine Arbeit mit so genannten fertigen Spielern betrifft. Während seiner Zeit als Co-Trainer der Nationalmannschaft wehrten sich die Stars gegen „fußwerkliche” Übungen.

Die aber propagiert Stielike immer noch. „Jeder für sich kann sich noch verbessern. Und wenn er gegen eine Hauswand schießt.”

Die Burg Wegberg aber wurde nicht erschüttert. „Dass einer das im Hotel schon gemacht hat, habe ich nicht gesehen.”