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Mönchengladbach: Taxi nach Wien oder: Panders Aussprache

Mönchengladbach : Taxi nach Wien oder: Panders Aussprache

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft tut Gutes: rein sportlich, aber auch auf sozialer Ebene. Da werden schon mal Risse gekittet, die im harten Bundesliga-Alltag entstehen.

Wie etwa zwischen Borussia Mönchengladbachs Sportdirektor Peter Pander und Alemannias „Aufsteiger” Jan Schlaudraff. Pander war Teil einer DFL-Delegation, Schlaudraff als Novize im Kreis der deutschen Elite-Kicker.

Auf dem Rückweg von Bratislava hatten beide Gelegenheit, einen Zwist aus der Welt zu bringen. Erst im Taxi bis Wien, dann im Flugzeug bis Frankfurt.

Der Manager, der seinerzeit den pfeilschnellen Stürmer zum Tivoli ziehen ließ und dafür im Nachhinein viel Kritik einstecken musste, hatte vor dem Derby via „Kicker” empfohlen, Schlaudraff müsse sich erst mal in der Bundesliga etablieren.

Der Alemanne konterte nicht nur mit mit zwei Toren beim 4:2-Sieg, sondern auch mit dem Statement: „Ganz schön frech!” Nun also die „kleine” Aussprache bei der Gruppenheimreise mit Oliver Neuville und Bernd Schneider. „Das haben wir am Rande gestreift. Jan ist klar, dass das eine Aussage war, die man halt so macht, wenn einer aus der Zweiten in die Erste Liga aufsteigt”, erzählt Peter Pander.

Am Samstag nun gibt es für den Sportdirektor ein weiteres Wiedersehen - mit seinem Ex-Klub. Aber ohne Aussprache. „Das Thema Wolfsburg ist für mich abgehakt.” Für seinen Trainer nicht. Für Jupp Heynckes ist der Gegner eine echte Herausforderung.

„Wenn du gegen die Bayern 1:0 gewinnst, bekommst du Selbstvertrauen und Sicherheit.” Und wenn du in Bremen 0:3 untergehst, ... kannst du nur hoffen, dass die Auswärtsmisere weiterhin nicht auf die Heim-Leistung ausstrahlt. „Fußball ist zu komplex, als dass man nur aus einem Spiel Lehren ziehen kann. Und das Thema Auswärtsschwäche steht erst in einer Woche wieder an.”

Ganz so niedrig aber ist die Strahlendosis der peinlichen Vorstellung an der Weser denn doch nicht: „Das Spiel hat gezeigt, dass wir Modifikationen durchführen müssen”, orakelt der Fußball-Lehrer. Die sind teils durch Verletzungen (Marcell Jansen) erzwungen, zum anderen gewünscht. Marvin Compper (21) erhält auf der linken Verteidiger-Position seine große Chance. Vor ihm wird Peer Kluge auflaufen.

Auf der gegenüber liegenden Seite könnte David Degen dem Borussen-Spiel neue Dynamik verleihen. Und auf der Bank hat Heynckes mit - wahrscheinlich - Neuville und Wesley Sonck zwei hochkarätige Sturm-Pfeile im Köcher. Ein Einsatz von Anfang an kommt für beide zu früh. Neuville ist zwar beschwerdefrei, „hat aber drei Wochen relativ wenig trainiert” (Heynckes).

Am Freitag wird nach einem Test entschieden, ob der Nationalspieler zum Kader gehört. Weiterhin fehlt des Trainers „Wunschspieler”: „Ein Spieler, der das Kommando übernimmt, mein verlängerter Arm, einer, der in Extrem-Situationen reagiert und korrigiert.”