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Aachen: Stimmen Alemannias Reflexe noch?

Aachen : Stimmen Alemannias Reflexe noch?

Der Gedenktag fiel aus. Ein Jahr ist es her, dass Alemannia Aachen die schönste Überraschung in diesem Jahrtausend gelang.

An jenem 4. Februar stolperte der große FC Bayern, dem vor 20.000 Fans die Lederhosen ausgezogen wurde, aus dem DFB-Pokal. Solche Euphorie ist weit weg. Geschichte.

Die dauerbelastete Mannschaft ist ein wenig aus der Erfolgsspur geraten, „wie es uns viele Experten prophezeit haben”, meint Trainer Dieter Hecking. Drei Niederlagen in Folge, viel Aufregung um den Neuzugang Laurentiu Reghecampf, gesperrte und verletzte Spieler - das Füllhorn an schlechten Nachrichten ist wieder mal ausgiebig über den Verein ausgeschüttet worden.

Und der Trainer, kein Freund großer Rotationen, muss von seiner Gewohnheit lassen, Kapitän I und II, Meijer und Klitzpera, sind gesperrt. Reiner Plaßhenrich (Knieentzündung), Cristian Fiel (Muskelfaserriss) und Florian Bruns (Rücken) fallen nicht nur am Sonntag in Karlsruhe, sondern gar mittelfristig aus.

Jetzt setzt die Zwangsrotation ein, und die Nachrücker müssen sich in einer ungleich schwierigeren Lage beweisen. „Aber auch das ist eine Chance, die jeder für sich nutzen kann.”

Die Alternativen für die Defensive schwinden so sehr, dass sogar ein Comeback von Edwin Bediako in Aussicht stand. Der Vertragsamateur verletzte sich allerdings an der Augenbraue, so dass seine Beförderung ausfällt. Dafür hat sich am Freitag wieder Dennis Brinkmann zurück gemeldet.

Daniel Gomez soll Sturmführer Meijer vertreten. Und auch der in die Schlagzeilen geratene Laurentiu Reghecampf wird in der Startelf stehen, „wenn ich den Eindruck habe, dass er mit der Situation klarkommt”.

Hecking sieht keinen Anlass, den Stürmer freiwillig aus der Wertung zu nehmen. „Ich will den Fall nicht herunterspielen, aber die Beweislage ist nicht so, dass wir von einer tiefen Verstrickung ausgehen können. Der Junge ist schon genug gestraft durch die öffentliche Anprangerung in den Boulevard-Medien.” Und auch Reghecampf hat nur eine Idee, wie er mit der Situation umgehen kann: „Sport treiben.”

Sie haben viel miteinander geredet in dieser Woche, Fehler analysiert, geforscht, warum die Mannschaft so blockiert wirkt. „Die absolute Leidenschaft fehlte zuletzt. Aber man kann sie nicht auf Knopfdruck abrufen”, sagt der Coach.

Aber immerhin hat die Mannschaft in den letzten Jahren immer reflexsicher reagiert, in Zeiten größerer Not wurden gute Leistungen abgerufen. Hecking: „Ich hoffe, dass die Mannschaft, die jetzt mit dem Rücken zur Wand steht, noch enger zusammenrückt.”