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Köln: Stevens: Köln ist kein Zweitliga-Verein

Köln : Stevens: Köln ist kein Zweitliga-Verein

Kaum hatte Huub Stevens das mit Medienvertretern proppenvolle („Oh, was ist denn hier los, hey?) Clubzimmer im Geißbockheim des 1. FC Köln betreten, da hatte der neue Trainer des Bundesliga-Absteigers auch schon die typischste aller Kölner Zahlen parat.

„Elf Jahre ist es her, dass ich zuletzt hier im Geißbockheim war. Damals war Jörg Berger hier Trainer, und ich habe bei ihm hospitiert”, erinnerte sich der Mann aus Sittard bei seiner offiziellen Vorstellung am Donnerstag.

Ob all der Euphorie im Umfeld um den neuen Präsidenten Wolfgang Overath und den vom ihm verpflichteten Niederländer könnte der Eindruck entstehen, „Wunderheiler” seien nun am Werk.

Doch Stevens, der 50-jährige Niederländer, der im Dezember 2003 bei Hertha BSC Berlin entlassen worden war, trat zunächst auf die Bremse: „Ich bin kein Wundertrainer. Es läuft ja nun nicht alles nur deshalb, weil Stevens hier ist. Wir müssen alle gemeinsam an unserem Ziel arbeiten.”

Dieses Ziel heißt - natürlich - direkter Wiederaufstieg in die höchste Spielklasse. „Ich stelle mich dem enormen Druck, obwohl ich einen schwierigen Job übernommen habe. Mein Einjahresvertrag verlängert sich bekanntlich nur im Falle des Aufstiegs.”

Und nach seiner ersten Einschätzung ist Stevens ziemlich sicher: „Ich gehe davon aus, dass er sich verlängert. Ich weiß, was auf mich zukommt.”

Da klopfte Wolfgang Overath seinem neuen Cheftrainer freundschaftlich auf die Schulter: „Alle hier haben Huub Stevens mit offenen Armen empfangen. Der Druck ist zwar immens. Aber ich bin sicher, dass er diesem Druck standhält.”

Da scheint eine echte Männerfreundschaft zu entstehen. Denn prompt konterte Stevens, nach Rinus Michels (1980 bis 1983) der zweite Kölner Chefcoach aus Holland: „Overath hat mich überzeugt zu kommen, er fasziniert und begeistert mich. Er hat mich vom Club, den Ideen und den Perspektiven überzeugt. Ich bin fanatisch im Fußball, er ist fanatisch im Fußball.”

Einigkeit herrschte bei beiden auch darüber, „dass wir viele gute, junge Spieler verpflichtet haben. Nun brauchen wir noch zwei erfahrene Akteure - einen für die Abwehr, einen für die Offensive”, sagte Stevens.

Overath bestätigte, dass man in Sachen Verstärkungen „in vielen Dingen sehr weit” sei. Stevens betonte, für ihn seien alle Spieler Kapitäne, „weil jeder Verantwortung trägt. Köln ist kein Zweitliga-Verein. Der FC ist ein Traditionsverein mit einem tollen Umfeld und phantastischen Fans.”

Die Spieler freilich werden auf einen Cheftrainer treffen, für den Disziplin und variables Spiel an erster Stelle stehen.