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Köln: Statt Lukas P. treffen Lukas S. und Scherz

Köln : Statt Lukas P. treffen Lukas S. und Scherz

„Es ist schon Mist, so ein Spiel von der Bank aus zu sehen. Ich muss nun abwarten und werde täglich behandelt.”

„Ich freue mich aber vor allem darüber, dass Lukas Sinkiewicz getroffen hat”, hielten sich Lukas Podolskis Enttäuschung darüber, dass er nicht mitspielen durfte, und Freude nach dem 3:0 (2:0) des 1. FC Köln gegen LR Ahlen die Waage.

Kurz vor Spielbeginn erst hatte sich Kölns Trainer Huub Stevens gemeinsam mit der medizinischen Abteilung des neuen Tabellenführers der zweiten Liga gegen einen Einsatz der FC-Torfabrik (9 Treffer) entschieden, obwohl Podolski selber spielen wollte.

„Er hat nach wie vor Schmerzen im Fuß. Es war die richtige Entscheidung, auf ihn zu verzichten. Nächsten Montag ist er hoffentlich wieder soweit, dass er in Unterhaching spielen kann”, sagte Stevens.

Dass es auch ohne den 19-jährigen Nationalspieler geht, bewiesen seine Kollegen gegen die bis Sonntag acht Spiele in Folge ungeschlagenen Ahlener. Allerdings war über weite Strecken der Begegnung wieder Sand im Getriebe der Gastgeber, die durch einen Doppelschlag von Matthias Scherz in der 39. Minuten und der Nachspielzeit der ersten Halbzeit 2:0 in Führung gingen, ehe Lukas Sinkiewicz nach 78. Minuten den Schlusspunkt setzte.

„Bis zu unserer Führung kann ich nicht mit dem Spiel zufrieden sein. Wenn nach 39 Minuten der erste gelungene Spielzug meiner Mannschaft zum 1:0 führt, ist das zu wenig”, kritisierte Stevens vor allem die Anfangsphase.

Da lieferten die „Geißböcke” einen Spielaufbau wie eine Lotterie: aneinander gereihte Zufälle statt durchdachten Aufbau. Fehlpässe reihenweise kamen hinzu, und ein völlig indisponierter Markus Feulner im zentralen Mittelfeld brachte nichts zuwege. Er durfte von Anfang an ran, musste dann in der Pause aber auf die Bank.

Doch auch mit dem eingewechselten Gui-Mien konnte nach der Pause nur ansatzweise an die Druckphase gegen Ende der ersten Halbzeit angeknüpft werden. Ahlen wurde stärker, ohne jedoch die ganz zwingenden Möglichkeiten herauszuspielen.

Wer weiß, wie die Partie verlaufen wäre, wenn Felgenhauer nach 25 Minuten die Führung für die Ahlener erzielt hätte, als er die FC-Abwehr narrte, in Keeper Alex Bade aber seinen Meister fand. Aufgrund der Spielanteile ist der Sieg für die Stevens-Elf aber insgesamt verdient.

Auf Kölner Seite war Matthias Scherz an diesem Nachmittag ein überzeugender „Ersatz” für Podolski. Hatte er vor der Partie gegenüber unserer Zeitung angekündigt, dass das Team auch als Dankeschön an Lukas Podolskis für den Jungstar spielen würde und dass er hoffe, zu treffen, setzt er das Versprechen mit seinen Toren Nummer 5 und 6 gleich zweifach um: Zunächst legte der starke Bröker eine Sinkiewicz-Hereingabe auf Scherz, der den Ball aus kurzer Distanz ins Netz hämmerte (39.).

Dann bediente Albert Streit seinen Kollegen per Freistoß. Scherz hielt den Kopf hin - 2:0 (45. + 2). Als dann Abwehrspieler Lukas Sinkiewicz nach einem „Gewusel” im Ahlener Strafraum aus 16 Metern traf (79.), war die Kölner Welt zumindest auf den Rängen vollends in Ordnung, die Tabellenführung perfekt.

FC-Chef Wolfgang Overath: „Wir hatten bis zum 1:0 Schwierigkeiten, danach war es weitgehend okay. Die Mannschaft ist stabiler geworden.” Sie feierte den dritten Sieg in Folge und holte aus den letzten fünf Spielen 13 Zähler.