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Aachen: Sieht der Spielplan ein kleines Schauspiel vor?

Aachen : Sieht der Spielplan ein kleines Schauspiel vor?

Am Freitagabend, gegen 19.50 Uhr, könnte es in Aachen ein unerwartetes Schauspiel geben. Gut zwei Jahre haben Alemannia-Fans darauf verzichten müssen.

Aber an diesem Freitag könnte die Anzeigetafel am alten Tivoli tatsächlich Erstaunliches vermelden. Aachen ist Tabellendritter, hat den Relegationsplatz erreicht. Voraussetzung ist dafür allerdings ein Sieg über TuS Koblenz.

Und natürlich hat diese Nachricht am 12. Spieltag noch überschaubaren Aussagewert, und natürlich wird sich die Anzeigetafel am Sonntagnachmittag wieder korrigieren müssen, wenn der Spieltag vorangeschritten ist.

Aber es bleibt verrückt. Eine Mannschaft, die noch wankelmütig ist, die noch nicht konstant zu sich gefunden hat, hätte plötzlich wieder - ohne Fernglas - Sichtkontakt zu den Aufstiegsrängen.

Alemannia ist in dieser Saison ein kleines Rätsel, die Mannschaft passt herrlich in das noch größere Rätsel, das sich 2. Liga nennt. Eben noch vergeigte Aachen die Heimpartie gegen RW Ahlen, einen ersten Auswärtssieg später, nährt die Gruppe wieder Hoffnungen. Gegner Koblenz ist auswärts nicht gut unterwegs. Ein peinliches 0:9 in Rostock, erst einen Punkt auf fremden Plätzen. Trainer Jürgen Seeberger erwartet eine Kopie von RW Ahlen, will neben elf Spielern auch „Geduld” aufbieten.

Zuletzt, in Frankfurt, war es ein „Trainerspiel”, Seebergers Ideen funktionierten. „Cristian Fiel und Patrick Milchraum haben ein Zeichen gesetzt. Aber da müssen sie jetzt eine Schippe drauflegen”, sagt der 43-Jährige. Fiel sortiert die Angriffe, entdeckt Räume, die sich erst Sekunden später ergeben.

Neben dem Spanier wird wieder Matthias Lehmann erwartet. Der Ersatzkapitän ist in allen bisherigen elf Partien an den Start gegangen. Defensiv ist er gut unterwegs, meint Seeberger, nur in der Scorerwertung hängt Lehmann weit zurück. „Er hat die Qualitäten, Treffer zu erzielen und vorzubereiten. Da muss mehr kommen.”

Der Hinweis geht auch an Szilard Nemeth, dem er in Frankfurt ein kleines Päuschen auferlegte. „Von ihm erwarte ich mehr Torgefahr.” Auch das ist noch ein Manko. Die fünf besser platzierten Teams haben deutlich mehr Treffer erzielt. „Wir müssen weniger ausrechenbar sein und mehr Tore schießen”, meint der Trainer. Der Freitagabend wäre ein guter Zeitpunkt, um solche Vorsätze umzusetzen, damit dieses kleine Schauspiel gegen 19.50 Uhr...