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Aachen: Seeberger: „Wir müssen uns noch mehr wehren”

Aachen : Seeberger: „Wir müssen uns noch mehr wehren”

Leider hat es dann in dieser Woche niemand sehen können, wie es ist, wenn Alemannias Stürmer treffen. Fünf Tore hat der Klub gegen Fortuna Sittard beim Geheimspiel geschossen.

Anschließend hat Aachens Presseabteilung glaubhaft versichert, dass die gut ausgebildeten Angreifer Lubos Pecka, John Jairo Mosquera und Todor Kolev gleich vier Treffer erzielt haben.

Das ist eine schöne Ausbeute für einen ambitionierten Klub, der sich seit Wochen darauf verlassen muss, dass die vier Mittelfeldspieler in die Bresche springen. Das Quartett Fiel (2), Reghecampf (2), Lehmann (2) und Krontiris (3) teilte die Erfolgserlebnisse der Rückrunde nahezu gerecht untereinander auf. Das ist einerseits eine beeindruckende Bilanz, andererseits ein eher maues Zeugnis für die eingeteilten Stürmer.

Gleich fünf Angreifer hat Jürgen Seeberger in seinem Kader. Nur eine schlagkräftige Kombination hat sich noch nicht gefunden. Marius Ebbers sammelt regelmäßig Fleißkärtchen, wurde aber schon länger nicht mehr bei der Torsuche beobachtet. Der Torjäger a.D. meldete sich am Freitag zudem mit einem Infekt ab. Einsatz am Sonntag fraglich.

Lubos Pecka lernte bei Alemannia in der Hinrunde viele Positionen kennen, 2008 kamen noch die harten Plätze auf der Ersatzbank und der Tribüne dazu. John Jairo Mosquera wirkte zuletzt wenig durchschlagskräftig gegen tief gestaffelte Mannschaften wie Wehen. Szilard Nemeth leidet wohl immer noch an den Folgen seiner dramatischen Erkrankung. Der Slowake hat seine hohe Spielkunst nur selten angedeutet.

Und Todor Kolev kann ein gewisses Phlegma bislang nicht abschließend abschütteln wie einen lästigen Gegenspieler. Zudem hat der Bulgare immer noch ein paar Verständigungsprobleme. Diese werden immer dann diskutiert - siehe Theofanis Gekas in Leverkusen -, wenn die Angreifer nicht mehr ausreichend Tore für sich sprechen lassen.

„Es geht mir nicht nur um die Trefferquote”, sagt Seeberger über sein erfolgloses Quintett. „Wir brauchen mehr Aktionen.” Freistöße herausholen, Freiräume suchen, auch wenn „Stürmer 95 Prozent ihrer Arbeit ohne Ball erledigen”. Seeberger vermisst die entscheidende Torgier.

Die Baustelle Sturm ist derzeit so augenfällig, dass die dahinter gelegene Baustelle Abwehr ein wenig in Vergessenheit geraten ist. Auch der neue Trainer hat bislang kein Spiel ohne Gegentreffer hinbekommen. Die Formation, die in der letzten Saison rekordverdächtig häufig überwunden wurde, geht nahezu unverändert ihrer Arbeit nach. Inzwischen müht sich der nächste Trainer um mehr Stabilität. Dringenden Handlungsbedarf sieht Seeberger nicht, „die Abwehr lässt sehr wenig zu, ist nur gegen Wehen bei einem Konter überspielt worden”.

Die nächste Herausforderung für die Defensive heißt am Sonntag 1860 München. Eine Mannschaft, die in dieser Woche im Pokalspiel enorm physisch und emotional gebeutelt wurde.

Auch die Aachener haben wieder eine Woche nach einem Rückschlag hinter sich. Lernziel: „Wir müssen es noch mehr schaffen, Widerstände im Spiel zu überwinden”, sagt Seeberger. „Wir müssen uns noch mehr wehren.”

Das dürfte auch eine verbindliche Ansage an Laurentiu Reghecampf sein, der in dieser Saison nur ganz selten ein paar funkelnde Perlen seiner Spielkunst auf den Rasen zauberte. Der Rumäne hat gegen große Gegner und bei prächtiger Kulisse seine besten Spiele in dieser Saison gezeigt, um sich im tristen Alltag gleich wieder unsichtbar zu machen.

Noch nie hat Aachen bei 1860 gesiegt, das soll sich nun ändern. „Wir wollen da gewinnen”, sagt Seeberger. Das eine oder andere Stürmertor könnte bei diesem Plan wohl helfen.

1860 hofft auf Bierofka

1860 München hofft auf einen Einsatz von Daniel Bierofka und Michael Hofmann. Bierofka hatte im Pokalspiel einen Riss des vorderen Außenbands im linken Sprunggelenk erlitten. Torhüter Hofmann quetschte sich die Muskulatur im linken Oberschenkel. Der Einsatz beider Akteure im Heimspiel ist nicht unmöglich.