Aachen: „Schweinsteiger fiel auch nicht vom Himmel”

Aachen: „Schweinsteiger fiel auch nicht vom Himmel”

„Bastian Schweinsteiger fiel auch nicht vom Himmel. Er ist genauso ein Mensch wie wir, und ich werde dagegen halten.” Einen nervösen Eindruck machte Manuel Junglas nicht, bevor er Mittwochabend im DFB-Pokal-Viertelfinale auf den Dreh- und Angelpunkt des Bayern-Spiels getroffen ist.

Hier die Erfahrung von 36 Zweitliga-Spielen und 14 Minuten Bundesliga in der Saison 2006/07 gegen Schalke 04, dort einer der Führungsspieler der Nationalmannschaft: zwei Weltmeisterschaften, 21 Toren in 84 Länderspielen und 235 Einsätzen in der Liga.

Verrückt machen lässt sich der Aachener „Sechser” von diesem Zahlenwerk nicht, auch die Vorbereitung erinnert an den Ligabetrieb: Videostudium, Abschlusstraining, vor der Abfahrt zum Mannschaftshotel noch ein langer Spaziergang mit dem Hund.

„Im Defensivverbund bin ich für Schweinsteiger zuständig”, rekapituliert Junglas, der in vier Tagen seinen 22. Geburtstag feiert, sein Aufgabengebiet. „Ich werde versuchen, meine Leistung wie immer zu bringen und hoffe auf einen Start, wie wir ihn gegen den Karlsruher SC hatten: stark in der Präsenz und zweikampfstark.”

Doch der FC Bayern ist sicher ein komplett anderes Kaliber als der abstiegsbedrohte KSC. So musste Junglas „das, was er kann”, öfter zeigen, als einem Defensivspieler lieb sein kann: Löcher stopfen, die sich durch die 4-3-3-Formationen der Alemannia vor allem auf den Außenpositionen für die Bayern ergaben.

„Wir wollten hauptsächlich die Mitte schließen. Das ist uns aber erst in der zweiten Halbzeit gelungen”, sagte er. „Wir waren in der ersten Halbzeit zu ängstlich, und wer unseren Trainer kennt, der weiß, dass es laut geworden ist.”

Zudem war er als „Blocker” gefragt: Bereits in der sechsten Minute blockte Junglas den Ball frei, so dass Torwart David Hohs zugreifen konnte, zwei Schüsse von Hamit Altintop (20./32.) blieben an ihm hängen. Allerdings „fing” er sich eine Einzel-Unterrichtung durch Co-Trainer Eric van der Luer für sein Stellungsspiel beim Führungstreffer der Gäste.

Mit der Einwechslung von Kevin Kratz für Shervin Radjabali-Fardi kam mehr Rotation in die Aachener Mittelfeldraute: Höger, Kratz und Junglas wechselten sich im Positionsspiel ab, und so kassierte Junglas den Gelben Karton für ein taktisches Foul an Thomas Müller, der zu enteilen drohte.

Eine Erfahrung hat Bayern-Star Schweinsteiger, der für Louis van Gaal neben Philipp Lahm der zweite Kapitän auf dem Feld ist, seinem Aachener Gegenspieler allerdings mit seinem Aachener Gegenspieler gemeinsam: Der 26-Jährige weiß jetzt, wie sich das anfühlt, auf dem Tivoli im Pokal zu gewinnen.

Der Mittelfeldmotor wurde bei der Bayern-Niederlage 2004 für zehn Minuten eingewechselt, er stand bei der zweiten Niederlage 2006 auf dem Platz. Jetzt zog er mit seiner Mannschaft in das Halbfinale des Pokals ein.

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