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Köln: Schumacher: „Wir haben gar nicht mit Büskens gesprochen”

Köln : Schumacher: „Wir haben gar nicht mit Büskens gesprochen”

Toni Schumacher kann die ganze Aufregung nicht verstehen. Die Namen, die durch die Medien getragen werden, „interessieren mich nicht”. Als Beispiel nennt der Vizepräsident des 1. FC Köln den von Mike Büskens.

Der sollte angeblich neuer Cheftrainer beim Bundesligaabsteiger werden und mittlerweile abgesagt haben. „Büskens hat uns nicht abgesagt”, sagt der Ex-Nationaltorhüter dazu. „Wir haben gar nicht mit Büskens gesprochen.”

Die Suche nach den leitenden sportlichen FC-Angestellten dauert also an. Das Ende ist derzeit nicht abzusehen. „Klar haben wir Vorstellungen”, sagt Schumacher. „Und wir arbeiten daran, die beiden Positionen zu besetzen.” Ein Zeitfenster hat man sich nicht vorgegeben. „Zeitnah” sollen die Entscheidungen fallen. „Vielleicht morgen, vielleicht in dieser Woche oder nächste Woche”, sagt der 58-Jährige. Dann richtet er einen Nachsatz an die Medien: „Wir werden uns von euch nicht jagen lassen.”

Schumacher hält sich an die Vorstandsdirektive, an der er selbst mitgewirkt hat. Der Klub hat sich ein Schweigegelübde auferlegt. In einem offenen Brief hat das Präsidium auf der FC-Homepage wird allerdings mitgeteilt: „Jetzt können wir in die finalen Gespräche mit potenziellen Kandidaten eintreten und über verschiedene, bereits entwickelte Konstellationen entscheiden.”

Gesprochen hat am Dienstag aber Frank Schaefer. Der Ex-Trainer will nicht Sportdirektor werden. Der 48-Jährige wird als Assistent des künftigen Managers wirken. Die genaue Bezeichnung der Position ist noch offen. „Es ist jetzt, nur wenige Tage nachdem feststeht, dass wir in die Zweite Liga abgestiegen sind, noch zu früh, über exakte Begrifflichkeiten zu sprechen”, sagte Schaefer.

Schaefer bildet mit Dirk Lottner, Boris Notzon, Toni Schumacher und Claus Horstmann den Kölner „Sachverständigenrat”. Diese Fünf werden die FC-Profis in dieser Woche noch beschäftigen. „Leistungsdiagnostik-Tests” stehen auf dem Programm. Den Sommerfahrplan haben sie schon festgelegt. Der neue Trainer wird den Kader am 15. Juni erstmals auf den Platz bitten. Mitte Juli - der genaue Termin steht noch nicht fest - geht es ins Trainingslager nach Bad Leonfelden in Oberösterreich. Zuvor ist noch ein Lauftrainingslager geplant. Welche Testspiele der FC austragen wird, ist noch offen.

Spinners Appell

Während an den sportlichen Schlüsselpositionen geschraubt wird, will Werner Spinner die GmbH & Co. KGaA auf Herz und Nieren prüfen lassen. „Die schwierige wirtschaftlich Situation verlangt, dass wir uns einen detaillierten Überblick über die Finanzen und die Verträge des Klubs verschaffen”, kündigt er an. Diese Aufgaben sollen ein unabhängiger Wirtschaftsprüfer und eine Anwaltskanzlei übernehmen.

Für den FC-Präsidenten ist das eine Selbstverständlichkeit. „Das ist das, was man von einem erwarten kann, in Unternehmen wie auch im Profifußball. So ist die gängige Praxis.” Werner Spinner will am Geißbockheim also jeden Stein umdrehen.

Eindringlich appellierten Spinner und seine Vizepräsidenten Schumacher und Markus Ritterbach an die FC-Mitglieder, die Chance für eine komplette Neuausrichtung, die der Abstieg bietet, zu nutzen. Doch das Trio bittet, „Geduld aufzubringen, auch wenn nicht alles auf Anhieb klappen wird”. Das Präsidium hat offenbar erkannt, dass die Zweite Liga auch sportlich für die Kölner kein Selbstläufer werden wird.