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Aachen: Schmadtke über Buchwald: „Entlarvend und selbst erklärend”

Aachen : Schmadtke über Buchwald: „Entlarvend und selbst erklärend”

Eine Auswärtsfahrt hat der Terminplan noch zu bieten in diesem Jahr. Der Blick auf die dürftige Bilanz, die Alemannia Aachen anno 2007 in der Fremde zusammengestellt hat, mahnt Jörg Schmadtke zur Bescheidenheit: „Ohne keck zu sein, aber als Topfavorit fahren wir sicher nicht nach Koblenz.”

Im Stadion Oberwerth, gegen die TuS, trägt der Sportdirektor letztmals die Verantwortung als Interimscoach - und hofft, „dass wir ein positives Erlebnis zum Jahresende mitnehmen”. Und tendenziell erfolgt die Berufung des neuen Chefcoachs noch vor Silvester, „ich denke, dass wir es früher bewerkstelligt bekommen”.

Das ist die Zukunft, doch die Vergangenheit hallt nach. Als das Arbeitsverhältnis mit Guido Buchwald endete, gab es das Abkommen, nicht nachzutreten und keine schmutzige Wäsche zu waschen. Nun hat der Weltmeister diese Übereinkunft einseitig aufgekündigt und in der „Sport-Bild” sein Herz ausgeschüttet.

Viel Altbekanntes wird dort aufgewärmt, angebliche Dissonanzen mit Co-Trainer Dr. Jörg Jakobs, der Zweijahresplan, angedachte Verstärkungen in der Winterpause oder die Legende um Vedad Ibisevic. Dessen Freigabeklausel bezeichnet Buchwald als „handwerklichen Fehler” des Sportdirektors, „anfängerhaft”. Dabei war der Verkauf des nun Bank-drückenden Bosniers (für null Euro gekommen) nach Hoffenheim (Ablöse: eine Million Euro) einer der besten Deals, die Schmadtke je gemacht hat, zumal auf Geheiß des Ex-Trainers anschließend Todor Kolev verpflichtet wurde.

Einmal in Fahrt, ledert Buchwald in dem Interview los gegen den Manager: Alemannia leide unter dessen „Ein-Mann-Schau” und „Allmacht”. Starker Tobak, doch der Attackierte schlägt nun nicht zurück. Schmadtke: „Hin und wieder gibt es Aussagen, die muss man nicht kommentieren.”

Was der Ex-Trainer „von sich gegeben hat, ist entlarvend und selbst erklärend. Ich werde diesen Stil nicht verfolgen und nicht mitgehen, ich kündige unsere Vereinbarung nicht auf.” Und zur Erinnerung: „Wir haben ja keinen Trainer entlassen, der einen Husarenritt durch die Liga gegangen ist. Zumindest habe ich das so nicht wahrgenommen.” Der nachträgliche Tatbestand des vereinsschädigenden Verhaltens - geschenkt: „Guido Buchwald gehört nicht mehr zur Alemannia-Familie.”

Vorsicht vor Sukalo

Ohne böses Blut hat vor eineinhalb Jahren Goran Sukalo den Tivoli verlassen. Der Slowene gehört in Koblenz zu den Schlüsselspielern und könnte mit seiner Kopfballstärke auch dem Ex-Klub Probleme bereiten. „Wir haben uns was einfallen lassen”, sagt Jörg Schmadtke, diese Ideen sollen sich „auf dem Platz wiederfinden.”

Nach dem Ausfall von „Matze” Lehmann sei die Auflösung des Doppel-Sechsers „durchaus möglich”. Doch mit welcher Taktik und in welcher Formation die TuS beschäftigt werden soll, das bleibt eine Denksportaufgabe für Uwe Rapolder. Beim Abschlusstraining vor der letzten Ausfahrt des Jahres verteilte Schmadtke die Leibchen so, dass keine Hinweise auf ein seriöses Muster erkennbar waren.