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Aachen: Schade: Jahresfinale ohne Tore

Aachen : Schade: Jahresfinale ohne Tore

Die Chancen auf die erste „Herbstmeisterschaft” in der 2. Liga seit 19 Jahren sind gesunken. Als erster Mannschaft nach dem FSV Mainz 05 gelang es dem Karlsruher SC, vom Aachener Tivoli einen Punkt mitzunehmen.

Alemannias Finale 2003 endete mit einem 0:0. Eins der schnellsten Tore der Fußball-Geschichte lag in der Luft. Gerade einmal neun Sekunden waren gespielt, da musste KSC-Keeper Martin Fischer zum ersten Mal sein „Hand”-Werkzeug benutzen. Kies hatte den Ball gegen Krontiris verschlampt, Meijer zog ab. Wenig später legte Krontiris eine Eckball-Serie hin - Karlsruhe überstand den elanvollen Aachener Start ohne Schaden.

Am oberen Level

Der Jahresausklang auf dem Tivoli gehörte zu den anspruchsvolleren Partien: zwei Teams mit dem gleichen System, spielintelligent, technisch am oberen Liga-Level. Und die Mannschaft von Lorenz Köstner versuchte, was gegen den Ruf als „Schnarchbären” (nur fünf Tore vor der Halbzeit) zu tun. Klitzpera unterlief eine Flanke von Engelhardt, bügelte seinen Fehler aber wieder aus, als er den Schuss von Ouakili gerade noch entschärfte (14.).

Alemannia kontrollierte ansonsten den Ball und das Chancenverhältnis. Krontiris und Grlic versuchten sich aus der zweiten Reihe, Klitzpera bekam keinen richtigen Druck hinter einen Kopfball. Dann eine Traumvorlage von Grlic auf Krontiris (30.): Den Torjubel ließ Stoll auf den Lippen verstummen. Der Ex-Alemanne Bernhard Trares war da verletzungsbedingt längst ausgeschieden.

Der Pfosten als Verbündeter: Vier Minuten nach der Pause bewahrte das Aluminium Torhüter Straub vor dem bitteren Gang hinter die Kreidelinie. Männer hatte die Führung der Gäste auf dem Fuß. Jetzt gings hin und her. „Emu” Krontiris stand frei, Fischer war auf dem Posten. Männer köpfte, am Tor vorbei. Grlic übernahm einen Freistoß, der KSC-Schlussmann wehrte ab. „Showdown”: Wer jetzt treffen würde, der hätte wohl auch die drei Punkte im Sack.

Spannung und Anspannung stiegen. Als Ivo Grlic verletzt am Boden lag, trat Karlsruhe das Fairplay mit Füßen und startete einen Angriff, statt den Ball ins Aus zu spielen. Es ging an die letzten Reserven geistiger und körperlicher Substanz: Blank, nach Grippe noch nicht wieder voll auf dem Damm, Paulus, ebenfalls kräftemäßig am Ende, und Landgraf, der sich nach einem Sprint an den linken Oberschenkel fasste, wurden ausgewechselt. Alemannia drückte dennoch weiter aufs Gaspedal. Ewertz, gerade frisch ins Spiel gekommen, flankte auf Pflipsen. Der Kapitän drosch den Ball übers Tor.

Fans dennoch zufriede

Noch fünf Minuten. Wieder gab Ewertz den Ball herein, der bis dahin starke Fischer klatschte auf Meijer ab. Doch der Überraschungseffekt war zu groß, als dass der Niederländer gezielt hätte reagieren können. Zum zweiten Mal innerhalb von fünf Tagen endete eine Partie mit einem Alemannia-untypischen Ergebnis. Die Fans - dennoch dankbar für eine tolle Hinrunde: „Wir sind stolz auf unser Team!”