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Mönchengladbach: Rösler verspricht gegen Aue ein Spektakel

Mönchengladbach : Rösler verspricht gegen Aue ein Spektakel

„Es zählt nur der Sieg”, verkündete Patrick Paauwe - vor dem Sonntagspiel in Osnabrück. Fünf Tage und ein Remis später fällt es Borussia Mönchengladbachs Kapitän schwer, dieses Ultimatum zu steigern. Fünf Spiele ohne Sieg, noch keinen Dreier anno 2008, die Aufstiegskonkurrenten sind netterweise nicht vorbeigeprescht, aber dem Tabellenführer doch unangenehm nahe gerückt: „Die Mannschaft brennt auf den ersten Sieg im neuen Jahr”, erklärt nun seinerseits Jos Luhukay.

Die Leichtigkeit der Serie, 15 mal im Liga-Betrieb ungeschlagen, ist längst Geschichte. Borussias Profis leiden nicht nur an einem Mangel an Punkten sondern auch unter einem ungewohnt scharfen Gegenwind. In der Hinrunde nach dem Stotterauftakt von allen Medien gehätschelt und getätschelt, haben sich die Luhukay-Männer daran gewöhnt, mit Lob und Euphorie überschüttet zu werden.

Der Aufstieg war gesichert, etliche der Borussen fast auf dem Weg in die Nationalmannschaft. Hinweise von Jos Luhukay, dass noch ein hartes Stück Arbeit bevorstünde und noch keiner bereits zur Winterpause aufgestiegen sei, wurden als Trainer-Stereotype leise belächelt.

Umso mehr jaulten die so hoch Gelobten auf, als nun plötzlich Kritik und schlechte Noten auf sie einprasselten. „Wir haben darüber geredet”, sagt Sascha Rösler. „Das darf man nicht ernst nehmen: Erst wirst du hoch gejubelt, und anschließend ist wieder alles schlecht.”

Sich nicht mit Nebensächlichkeiten zu beschäftigen, auch wenn sie unangenehm sind oder gar weh tun, heißt die ausgegebene Devise. Schließlich hat man mit sich selbst genug zu tun. Zu den als unnötig enttarnten Nebenkriegsschauplätzen zählen inzwischen auch die Scharmützel mit den Schiedsrichtern.

Drei zu unrecht nicht anerkannte Tore hin, eine fragwürdige Elfmeterentscheidung und Platzverweisdrohungen des überforderten Unparteiischen beim 2:2 in Osnabrück her: „Wir müssen dahin zurückkommen, wieder dominant aufzutreten und uns unabhängig von Schiedsrichterentscheidungen zu machen”, sagt der ehemalige Alemanne.

Auch der Blondschopf war zuletzt der Versuchung unterlegen, sich zu sehr auf den Unparteiischen als Sündenbock einzuschießen. Die Entlastung von eigenen Schwächen soll aber mit dem Mannschaftsgespräch abgehakt sein.

Am Freitaggegen Aue „wollen wir den Zuschauern wieder ein richtiges Spektakel bieten”. Die Rechnung haben viele Statistiker bereits gemacht. Jos Luhukay weiß, dass „Aue mächtig Selbstvertrauen getankt hat nach dem 6:0 über Paderborn. Trotzdem sind sie die schwächste Auswärtsmannschaft der Liga”.

Alles erwartet einen Sturmlauf mit entsprechend deutlichem Ergebnis. Doch gerade gegen defensive Gegner tut sich - nicht nur - Borussia schwer. Gegen Mainz verhedderten sich Neuville & Co. immer wieder im Verteidigungsgestrüpp der 05er, trotz statistisch erfasster 57 Flanken. Und so mahnt der eigentlich so hitzköpfige Rösler, „die Mischung zu bewahren zwischen Leidenschaft und Kaltblütigkeit. Nur Dominanz reicht nicht”.

Die Tiefenwirkung und die individuellen Husaren-Streiche fehlten gegen den Aufstiegskonkurrenten. Doppelpässe, überraschende Direkt-Zuspiele, 1:1-Situationen und Schüsse aus der zweiten Reihe werden zum handelsüblichen Arsenal gezählt bei der Aufgabe, eine gegnerische Trutzburg sturmreif zu schießen.

Doch dazu gehört eine gehörige Portion an Selbstvertrauen, an der es derzeit den meisten Gladbachern mangelt, und der Mut, Fehler zu produzieren. Sascha Rösler zählt nicht dazu. In Osnabrück konnte der 30-Jährige seiner Mannschaft nicht helfen, inzwischen aber kann er nach seiner Sprungelenksverletzung auch wieder Kurven laufen. „Ich habe voll trainiert. Wenn der Knöchel morgen keine Reaktion zeigt, bin ich dabei.”

Und auch Torjäger Rob Friend lässt sich nicht von seinen Schmerzen, die er immer noch spürt, nachdem er sich am Mittwoch im Training das Knien verdreht hat, abhalten. „Kein Problem”, wiegelt der lange Kanadier ab. Die Männer mit dem Kampf-Gen, Kernstücke der Borussen-Achse sind zurück. Gute Voraussetzungen dafür, dass es endlich wieder läuft - wie geschmiert.