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Kerkrade: Roda JC repariert den Imageschaden

Kerkrade : Roda JC repariert den Imageschaden

Trotz aller Probleme, die ihm sein Job verschafft, strahlt Martin van Geel Gelassenheit und Optimismus aus. Der Generaldirektor des Fußball-Ehrendivisionärs Roda JC Kerkrade weiß, was er beim „Stolz des Südens” bewegen will und schaffen kann.

Kurzfristig muss sich der Ex-Profi den aktuellen wirtschaftlichen Schwierigkeiten widmen, dann steht eine neue Positionierung des Klubs ganz oben auf seiner Agenda. Und da will Martin van Geel kräftig anpacken. „Ich bin ein Arbeiter”, sagt der 48-Jährige über sich. „Und ich bin jemand, der für Ehrlichkeit ist und kein Blabla redet.”

Diese Eigenschaft wird Rodas Direktor auch brauchen. Im Juli letzten Jahres trat er als Sportdirektor im Parkstad Limburg Stadion an. In den folgenden neun Monaten hat er dort schon einiges erlebt: die geplatzte Fusion mit Fortuna Sittard, seine Beförderung im April zum Generaldirektor, den Klassenerhalt über die Relegation, die nur knapp verhinderte Insolvenz. „Es ging ums Überleben. Jeder dachte, wir sind schon begraben, aber wir haben es geschafft”, blickt van Geel auf die jüngere Klubgeschichte zurück. „Wenn wir nicht in der Ehrendivision geblieben wären und im Sommer nicht zwei Leute verkauft hätten, dann glaube ich allerdings nicht, dass dieser Verein noch existieren würde.”

5,2 Millionen Euro nahm Roda JC durch die Transfers von Sekou Cissé zu Feyenoord (3,5 Millionen) und Marcel Meeuwis nach Mönchengladbach (1,7 Millionen) ein. Geld, das dringend benötigt wurde, um die Unterdeckung des Etats in Grenzen zu halten. Knapp 13 Millionen Euro haben die Kerkrader für die laufende Spielzeit veranschlagt, eine Million weniger als in der letzten Saison. „Mehr ist nicht drin”, betont van Geel, „bei Einnahmen von zehn Millionen.” Zwei bis drei Jahre braucht man noch finanzielle Hilfe. „Wenn wir das nicht schaffen, haben wir ein Problem”, schiebt er nach.

Um den wirtschaftlichen Druck zu lindern, will Roda einen Teil seines Tafelsilbers abgeben. 37 Prozent der Stadionanteile gehören dem Ehrendivisionär noch. „Die würden wir gerne verkaufen”, sagt van Geel. Er will den Weg gehen, den die Konkurrenten in Tilburg, Breda, Arnheim und Den Haag gegangen sind, die ihre Stadien komplett an die Kommunen verkauft und sie dann gemietet haben. „Das ist die einzige Möglichkeit, den Etat auf diesem Niveau zu halten”, begründet er dieses Vorhaben. „Ein eigenes Stadion ist für einen Verein wie Roda JC einfach zu teuer.”

Van Geel glaubt, den richtigen Kurs zu steuern. „Wir sind gesünder, ruhiger und haben eine bessere Saison als die letzte.” Roda JC ist dabei, den Imageschaden, der durch die im April auf der Zielgeraden geplatzte Fusion mit Fortuna Sittard entstanden ist, zu reparieren. „Da tragen wir viel Verantwortung”, weiß van Geel. Mittelfristig soll der Zuschauerdurchschnitt gesteigert werden, von 15.000 auf 20.000 Besucher pro Spiel. „Wir können das schaffen”, sagt der Klub-Chef. „Aber es beginnt auf dem Platz. Da müssen wir überzeugen.” Die nächste Gelegenheit, sich noch ein bisschen weiter in die Herzen der Fans zu spielen, bietet sich Roda schon am Sonntag. Ajax kommt nach Südlimburg (Anstoß 12.30 Uhr).

Eines ist für Martin van Geel gesichert. „Wir sprechen nie wieder über eine Fusion.” Roda JC Kerkrade soll dauerhaft die Adresse für den Profifußball in Südlimburg bleiben.