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Köln: Rettig: „Tabellenplatz zählt beim Derby nicht”

Köln : Rettig: „Tabellenplatz zählt beim Derby nicht”

Unruhe im Umfeld, kein sportlicher Erfolg und nun am Sonntag (17.30 Uhr) das rheinische Derby in der Fußball-Bundesliga gegen Bayer Leverkusen. Andreas Rettig, der Manager des 1. FC Köln, ist derzeit wirklich nicht zu beneiden.

Doch der 40-Jährige ist fest davon überzeugt, dass die „Geißböcke” ihr Saisonziel erreichen werden. „Wir bleiben in der Bundesliga”, sagt er im Brustton der Überzeugung. Unser Redakteur Günter Kirschbaum sprach mit Andreas Rettig.

Ist es schwer, Manager beim 1. FC Köln zu sein?

Rettig: Es ist schon eine schwierige Situation derzeit. Dennoch macht mir mein Job Freude. Auch weil ich davon überzeugt bin, dass wir unser erklärtes Saisonziel - den Klassenerhalt - schaffen werden. Wir bleiben in der Bundesliga.

Sie haben in verantwortlicher Position den aktuellen Kader mit zusammengestellt. Werden Sie die Verantwortung auch übernehmen, wenn der FC absteigen sollte?

Rettig: Darüber mache ich mir keine Gedanken, weil wir vom Klassenerhalt überzeugt sind. Sie etwa nicht? Im übrigen sind Trainer und Manager in einem ständigen Dialog. Wir werden aber personell nur etwas tun, wenn wir davon überzeugt sind, dass uns der betreffende Spieler weiter hilft.

Nach dem Pokal-K.o. gegen Greuther Fürth hatten Sie mögliche personelle Konsequenzen in der Winterpause angekündigt.

Rettig: Natürlich machen wir uns Gedanken über mögliche Konsequenzen. Die Mannschaft hat eine Mehreinnahme von mindestens 440.000 Euro verspielt. Wer so leichtfertig mit den Interessen des Vereins umgeht, der wird mehr denn je auf den Prüfstand gestellt. Was das für den Einzelnen bedeutet, muss man sehen. Nach dem letzten Spiel vor der Winterpause werden wir uns zusammensetzen und festlegen, mit welchem Kader wir in die Rückrunde gehen.

Als Spieler, die möglicherweise in der Winterpause aussortiert werden sollen, werden in der Öffentlichkeit Dirk Lottner, Thomas Cichon und Markus Happe gehandelt...

Rettig: Das sind doch alles nur Spekulationen. Ich bleibe bei meiner Linie, Personaldiskussionen nicht in der Öffentlichkeit zu führen.

Am Sonntagabend kommt Bayer Leverkusen zum FC. Was erwarten Sie von Ihrer Mannschaft?

Rettig: Ich hoffe auf ein gutes Resultat und erwarte, dass jeder im Stadion erkennt, dass wir bedingungslos um den Klassenerhalt kämpfen. Beim Derby zählt kein Tabellenplatz.

Aber fehlt dem FC derzeit nicht einfach die Stabilität, um erfolgreich zu sein?

Rettig: Für uns ist im Moment jedes Spiel wichtig, jedes Spiel die Chance, einen kleinen Schritt aus der Krise heraus zu tun. Der Punkt bei den Bayern war ein positives Zeichen, das Ausscheiden gegen Fürth ein Rückschlag.

Und wie soll es jetzt weitergehen?

Rettig: Ich denke da zunächst kurzfristig. Wir haben vor der Pause noch drei Spiele und wollen noch den einen oder anderen Punkt mitnehmen, um dann nach einer guten Vorbereitung und mit neuem Elan in die Rückrunde zu gehen. Sollten wir nicht mehr punkten, würde es allerdings sehr, sehr schwer werden.

Leverkusens Abwehrspieler Ingo Hertzsch wird mit dem FC in Verbindung gebracht...

Rettig: Darüber äußere ich mich nicht in der Öffentlichkeit.

Was bereitet Ihnen denn aktuell die größten Sorgen?

Rettig: Verständnis und Einsicht im Umfeld dafür zu bekommen, dass der eingeschlagene Weg zwischen sportlich Wünschenswertem und wirtschaftlich Vernünftigem der richtige ist. Viele rufen nach Stars und Verstärkungen, aber wir sind fest davon überzeugt, dass wir mit unseren finanziellen Mitteln die richtige Personalpolitik betreiben. Was nützt es uns, wenn wir am Ende der Saison 40 Punkte haben, aber die Lizenz nicht mehr bekommen. Zudem geht es beim FC auch noch um 50 Arbeitsplätze außerhalb des Lizenzspielerbereichs und eine Zeit nach Rettig. Deshalb werden wir kein unvertretbares wirtschaftliches Risiko eingehen.

Haben Sie es schon einmal bereut, sich beim FC verdingt zu haben?

Rettig: Nein. Ich bin aus tiefster Überzeugung nach Köln gekommen. Es war die richtige Entscheidung für mich, und wir hatten bisher ja auch nicht nur schlechte Tage. Das darf in einer momentanen Krise nicht vergessen werden.