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Köln: Rettig droht mit Rausschmiss

Köln : Rettig droht mit Rausschmiss

Am Marathontor rüttelten die Fans wieder mal am Gitter. „Wir sind Kölner - und Ihr nicht”, schrien die FC-Sympathisanten den Kölner Pokal-Versagern entgegen.

Doch die flüchteten - massiv abgeschirmt vom Sicherheitsdienst - in den VIP-Raum. Die Kontaktsperre hatte Priorität nach dem desaströsen Scheitern im Achtelfinale gegen den Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth im Elfmeterschießen. „Das war schon bitter”, befand FC-Manager Andreas Rettig am Tag nach dem sportlichen Tiefschlag.

Bis tief in die Nacht hinein hatte Rettig die Situation des FC, das erneute Versagen der Mannschaft und den wirtschaftlichen Verlust von mindestens 440000 Euro für das Erreichen des Viertelfinales analysiert. Die übereinstimmende Erkenntnis formulierte der Manager: „Wir haben verdient verloren, ohne Leidenschaft und bedingungslosen Einsatz gespielt.” Was ganz konkrete Konsequenzen für die Profis haben könnte, wie Rettig ankündigte.

Vor dem Training stauchte Rettig den Kader zusammen. „Ich habe der Mannschaft ganz deutlich gesagt, dass wir uns so etwas nicht gefallen lassen”, berichtet er. „Wenn sich das nicht umgehend ändert, dann sind personelle Konsequenzen in der Winterpause nicht ausgeschlossen.”

Wem das Abstellgleis oder gar die Beendigung des Arbeitsverhältnisses droht, dazu wollte sich der 40-Jährige nicht äußern. Dass es aber neben Markus Happe auch Spieler wie Dirk Lottner, Tomasz Klos oder Thomas Cichon treffen könnte, steht außer Frage.

Trainer Marcel Koller jedenfalls sehnt die Winterpause herbei. „Bis dahin müssen wir zusehen, dass der Abstand zum Mittelfeld nicht zu groß wird”, sagt der Trainer. Sein Stammtorhüter Stefan Wessels, der gegen Greuther Fürth den Platz von Alex Bade auf der Bank eingenommen hatte, ergänzte: „Um nach der Pause durchzustarten.”

Nur könnte bis dahin alles, was in den 20 Monaten seit Erwald Lienens Demission aufgebaut wurde, schon wieder zerstört sein. Der Aufstiegsbonus ist längst verspielt, das Selbstvertrauen dahin und die Hoffnung auf eine Wende zum besseren schrumpft.

Und für das rheinische Derby ist auch keine Besserung in Sicht. Koller:„Im Moment reicht die Kraft nicht für zwei Spiele in einer Woche.” Und das Treffen mit Bayer Leverkusen am Sonntag ist das dritte Spiel in acht Tagen.

Der 1. FC Köln hat Markus Happe schriftlich abgemahnt. Der Abwehrspieler, der gegenwärtig nicht einmal zum Kader des Bundesliga-Tabellenletzten gehört, hatte sich öffentlich über seine Situation beklagt. Happe akzeptierte die Abmahnung und will den Klub in der Winterpause verlassen.