Aachen: Remiskönige aus dem „Niemandsland”

Aachen: Remiskönige aus dem „Niemandsland”

Alemannias Bilanz nach 21 Spieltagen ist bekannt: Platz 10, zumindest vorübergehend ist der Zweitligist im ganz schmalen Mittelfeld gestrandet.

Die Mannschaft ist durchaus verhaltensauffällig, sie spielt fast immer gut, liefert beunruhigend regelmäßig „Herzinfarktspiele” (Peter Hyballa) ab, und dann zeichnet sie noch etwas aus: „Wir werden wohl die Remiskönige der Liga werden”, sagt der Trainer. Den Spitzenplatz in diesem Ranking hat sich das junge Team schon gesichert. Keine andere Mannschaft hat so viele Unentschieden aufgestapelt.

Der Trend stört auch den Seelenfrieden des Teams: „Wir kommen oft nach dem Spiel in der Kabine zusammen und wissen nicht, ob wir uns freuen oder ob wir weinen sollen.” Die vorerst letzte Episode aus dem Kapitel ist erst ein Spieltag her, als man trotz dreimaliger Führung nicht den Platz in Cottbus als Sieger verließ.

Diese vielen Unentschieden sind auch immer verpasste Möglichkeiten, und „so ist das Gefühl aufgekommen, dass es schon ein bisschen besser sein könnte”.

Die Tabelle lügt natürlich auch nach dem 21. Spieltag nicht: Gegen die schlechter platzierten Teams punktet Alemannia durchaus kontinuierlich. Anders liest sich die Bilanz gegen die neun besser positionierten Teams: Bei elf Versuchen gab es gerade einmal einen Sieg. Der gelang gegen den FSV Frankfurt. Eine Mannschaft, die eher überraschend in der oberen Tabellenhälfte auftaucht.

Das Team läuft am Samstag am Tivoli ein. „In der Hinrunde war das ein Knackspiel”, erinnert sich Hyballa. Erst auf der Zielgeraden der Partie wehrte die Mannschaft den drohenden Fehlstart in die Saison ab. Und auch diesmal soll die Partie gegen Frankfurt eine gute Phase einläuten, fordert Hyballa. Die Mannschaft ist immer noch auf der Suche nach dem Anfang einer Serie. Die Formulierung „Niemandsland der Tabelle” führt umgehend bei Hyballa zu einer markanten Gesichtsrötung. „Die Saison endet nicht nach dem 21. Spieltag. Wir wollen ehrgeizig und seriös unser Ding durchziehen, wir können noch etwas reißen.”

Der Sonderzug in Richtung Bundesliga ist wohl ohne Halt in Aachen abgefahren, so lautet das aktuelle Saisonziel: einstelliger Tabellenplatz. Noch wichtiger ist es aus Klubsicht, vor 1860 München am Ende einzulaufen. Noch liegen die Löwen im TV-Ranking - Basis sind die letzten drei Jahre - einen Platz vor Aachen. Gelingt der Coup bis zum 34. Spieltag, erhält Alemannia etwa 300.000 Euro mehr aus dem TV-Geldtopf.

Den kommenden Gegner lobt Hyballa fast überschwänglich. „Die Mannschaft ist spielerisch sehr stark, sie lässt sich selten beirren.” Das ist eine Parallele zu den Gastgebern, die andere: „Gegen aggressive Gegner gibt es schon einmal Probleme.”

Seine eigene Mannschaft wird der 35-Jährige nach einer „begeisternden Trainingswoche” allenfalls punktuell verändern. „Es war sehr intensiv, wenn wir das am Samstag transportieren kön- nen...”

Innenverteidiger fehlen

Thomas Zdebel ist wieder im Kader, eventuell auch Seyi Olajengbesi. Fehlen werden noch die Innenverteidiger Thomas Stehle und Nico Herzig, die eventuell schon nächste Woche zurückkehren.

Ohne die erfahrenen Recken soll die Bilanz gegen Spitzenteams endlich aufgehübscht werden: „Da haben wir zu selten einen Big Point gesetzt.”