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Valkenburg: Rad-WM in der Region Limburg wird ein gigantisches Spektakel

Valkenburg : Rad-WM in der Region Limburg wird ein gigantisches Spektakel

Ein Klassiker und doch ganz neu: Wieder findet in Limburg eine Rad-WM statt. Bereits zum fünften Mal, so oft wie in keiner anderen Region.

Doch im Gegensatz zu 1938, 1948, 1979 und 1998 in Valkenburg oder 1967 in Heerlen ist diesmal eine ganze Provinz Ausrichter von „Limburg 2012”. Eine Weltmeisterschaft und ein Volksfest mit Breitensport und Wettkämpfen für Behinderte soll es vom 15. bis 23. September geben, das betonten die Veranstalter bei der letzten Pressekonferenz vor dem Start.

Neun Strecken, fast 2000 Teilnehmer aus über 75 Ländern, 1000 Kilometer Wettkampfstrecke. Das größte Rad-Event, das bislang in den Niederlanden stattfindet, wird in 50 Ländern weltweit übertragen, das TV-Team des NOS wird 28 Stunden mit Helikoptern in der Luft sein. 1800 Kilogramm Salat, 1200 Kilogramm Pasta, und 600 Limburgs Vlaaien (Kuchen) werden angerichtet. Das sind Zahlen, die bei solchen Anlässen versuchen, die Größe zu fassen. „Kuhfläden gäbe es in Limburg auch viel”, meint relativierend der niederländische Teamchef Leo van Vliet - aber die wurden rechtzeitig weggeschafft.

Rund um das Ziel hinter dem legendären Cauberg entstand zu beiden Seiten des „Rijksweg” auf den Wiesen ein gigantisches Dorf für Presse, Teams und VIP-Gäste. Diese WM ist nicht zuletzt eine Investition, um die Wirtschaft anzukurbeln. Jacques Huberts, Vorsitzender von „WK Limburg 2012”, erhofft sich acht Millionen Euro Einnahmen für die Öffentlichen Kassen und 40 Millionen für die regionale Wirtschaft. Rund 300 000 Zuschauer werden erwartet.

Limburg 2012 ist zudem ausgerichtet auf den Plan, im Jahr 2028 Olympische Spiele in die Niederlande zu holen. Jetzt will man Kompetenz beim Organisieren beweisen.

Zwar führen alle Wege zum Cauberg, doch gestartet wird in Sittard, Landgraaf, Eijsden, Heerlen, Valkenburg und Maastricht. Das erste Wochenende gehört den Marken-Teams mit der Neuerung des Mannschaftszeitfahrens für „Fabrik-Teams”. Am 16. September messen sich alle bekannten Profi-Rennställe zwischen Sittard und Valkenburg.

Höhepunkt wird natürlich das Straßenrennen sein, das am Sonntag (23. September) nach einer langen Einführungs-Schleife zehn Mal über Bemelen und den Cauberg führt. Kletterer Robert Gesink, der bei der Vuelta Sechster wurde, führt wie erwartet das niederländische Team an. Die Hoffnung der Niederländer auf einen auch sportlichen Erfolg ist groß, denn seit Zoetemelks Erfolg 1980 warten die Gastgeber auf einen Weltmeister.

Tony Martin will wieder auf Gold-Kurs fahren

Judith Arndt und John Degenkolb führen das deutsche Aufgebot bei der WM an. Der BDR nominierte 33 Athletinnen und Athleten für die zehn Wettbewerbe. Sowohl Degenkolb, der bei der Vuelta zu fünf Etappensiegen gestürmt war, als auch Arndt werden bei den Straßenrennen Medaillenchancen eingeräumt.

Größter Hoffnungsträger dürfte allerdings Titelverteidiger Tony Martin sein, der am kommenden Mittwoch im Zeitfahren wieder auf Gold-Kurs fahren will. Aus Rücksicht auf die WM hatte Martin, dessen Handbruch auskuriert ist, die Spanien-Rundfahrt am vorletzten Tag verlassen.