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Aachen: Peter Hyballa wird neuer Cheftrainer bei Alemannia Aachen

Aachen : Peter Hyballa wird neuer Cheftrainer bei Alemannia Aachen

Peter wer? „Ich habe nicht nach Namen gesucht, sondern nach einem Trainer, der zu uns passt”, beantwortete Alemannia Aachens Sportdirektor Erik Meijer die Frage zumindest indirekt - und präsentierte den Trainer, der als letzter im Sieb der möglichen Nachfolger für Michael Krüger hängengeblieben war.

Peter Hyballa, 34 Jahre jung, in der letzten Saison noch Deutscher Vizemeister mit der A-Jugend von Borussia Dortmund und in der kommenden Saison eigentlich als Trainer für das Regionalliga-Team von Rot-Weiß Essen verpflichtet.

Doch dann kam der 4. Juni und die Insolvenz des Traditionsvereins aus dem Ruhrgebiet, „und am 5. Juni hatte ich ein Gespräch mit Peter Hyballa”, schilderte Meijer die für ihn glückliche Fügung. Einig waren sich beide Parteien schnell: „Wir haben nicht einmal zehn Minuten verhandelt, das lief nach dem Motto Geld ist mir nicht wichtig, gebt mir die Chance´”, schilderte Erik Meijer das entscheidende Gespräch.

Trotz seiner erst 34 Jahre ist Hyballa bereits seit vielen Jahren im Trainergeschäft - und das (fehlende) Alter muss in den Augen von Meijer auch nicht zwangsläufig ein Makel sein: „Der beste Trainer, den ich als Spieler hatte, ist Christoph Daum. Und der war bereits mit 32 Jahren schon Cheftrainer.” Wenn es schon nicht für den Altersvorsitz in der sportlichen Führung reicht, bringt Hyballa einige andere Qualitäten mit, die für den Zwei-Jahres-Vertrag ausschlaggebend waren. „Peter Hyballa mag die holländische Fußballschule, lässt offensiven Fußball spielen und spricht die Sprache der jungen Spieler”, beschrieb Meijer das Profil.

Den Beweis, dass er Jugenddeutsch drauf hat, trat Hyballa anschließend direkt an: „Das war eine absolut krasse Geschichte mit Rot-Weiß Essen. Man will sich auf einen Stuhl setzen, einer zieht den plötzlich weg, man landet auf dem Hinterkopf, und alles lacht. Und dann ruft plötzlich dieser nette Holländer an und gibt einem die Chance, in der Zweiten Liga zu arbeiten.”

Er sei ein Anhänger der „Flachpass-Philosophie” bekannte Peter Hyballa: „Ich will nicht lange Bälle nach vorn dreschen lassen, die mit einer 50:50-Chance ankommen und darauf hoffen, dass die Mannschaft mit Glück ein Tor erzielt.” Um dies auch umzusetzen, ist nun wieder der Sportmanager gefragt, der gerne „ein, zwei Stürmer mehr auf dem Platz” sehen möchte. „Verteidiger haben wir reichlich.” Sollte der Plan aufgehen, dürften sich auch die Hoffnungen von Erik Meijer erfüllen. „Wir sollten enorm viel Spaß miteinander haben”, wünscht sich der 40-Jährige - und wird dann noch konkreter: „Spaß bedeutet für mich Erfolg.”

Vor seinem Engagement in Dortmund hatte Hyballa auch im Nachwuchsbereich von Arminia Bielefeld sowie dem VfL Wolfsburg gearbeitet und Trainer-Erfahrungen in Namibia gesammelt. „Ich war immer der Jüngste und musste mir die Dinge erarbeiten”, sagte Hyballa. Sein Assistent wird der Aachener Ex-Profi Eric van der Luer.

Über Stationen beim 1. FC Bocholt (Trainer B-Jugend), Preußen Münster (Trainer B-Jugend und Co-Trainer der 1. Mannschaft), Arminia Bielefeld (Trainer A-Jugend), den Ramblers Windhoek (1. Liga Namibia) und dem VfL Wolfsburg (Trainer A-Jugend) war Peter Hyballa im Juli 2007 als Trainer der U19 zu Borussia Dortmund gekommen.

Mit dem VfL Wolfsburg war er DFB-Vizepokalsieger 2007, Norddeutscher Vize-Meister 2007 und drei Mal niedersächsischer Pokalsieger 2005-2007.

Mit dem BVB wurde er Westfalenpokalsieger 2008, Westdeutscher Meister 2009, DFB-Vizepokalsieger 2009 und Deutscher Vizemeister 2009.