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Belek: Patrick Helmes, die Fans und der Aufstieg

Belek : Patrick Helmes, die Fans und der Aufstieg

Natürlich wird Patrick Helmes am Samstag im Mittelpunkt stehen. Das Testspiel des 1. FC Köln gegen Bayer Leverkusen (15 Uhr) birgt als Derby schon ausreichend Brisanz. Besonders emotional aber ist das Duell, seitdem der Wechsel von Helmes auf die andere Rheinseite feststeht.

„Patrick setzt sich für unsere Mannschaft ein. Wir können uns hundertprozentig auf ihn verlassen. Er gehört zur FC-Familie, und so sollten ihn auch alle Fans behandeln”, macht Christoph Daum in diesen Tagen Werbung für seinen Angreifer.

Der Trainer weiß, dass das Duell mit Helmes´ zukünftigem Klub ein Spießrutenlauf für den gebürtigen Kölner werden kann. Der Betroffene versucht sich derweil in Gelassenheit. „Ich freue mich auf das Spiel. Es werden viele Zuschauer da sein, und mit Leverkusen haben wir einen guten Gegner.”

Patrick Helmes hat im vergangenen Jahr gelernt, mit den Anfeindungen vieler FC-Fans zu leben. „Mein Verhältnis zu den Fans ist nicht mehr so überragend, seitdem ich gesagt habe, dass ich zu Bayer wechseln will”, erzählt der 23-Jährige, „aber ich bin ein direkter Typ. Ich lasse niemanden warten und im Ungewissen.”

Im Sommer hatte Daum den Nationalspieler sogar zum Kapitän gemacht, um dessen Rolle beim FC zu verdeutlichen. Keine gute Idee. Helmes ist ein herausragender Stürmer, aber ein eher unterdurchschnittlich guter Diplomat. Er war überfordert. „Ich habe vieles anders gemeint, als das bei den Fans rübergekommen ist.” Für ihn war es eine Erleichterung, als Matthias Scherz „die Binde” übernahm. Und „Paddy” ging noch einen Schritt weiter. Er äußerte sich überhaupt nicht mehr in der Öffentlichkeit. „Ich brauchte Ruhe”, erklärt er.

Es war die erste sportliche Krise des 23-Jährigen, dem in fünf Jahren der rasante Aufstieg aus der Oberliga bis in die Nationalelf gelungen war. Der Kontakt zu Bundestrainer Joachim Löw besteht nach wie vor, auch wenn dieser zuletzt auf ihn verzichtet hatte. „Ich weiß, dass Jogi viel von mir hält, wenn ich meine Leistung bringe. Von daher mache ich mir keine Sorgen”, sagt Helmes. „Die Teilnahme an der Europameisterschaft ist und bleibt mein Traum.”

Erst einmal aber freut er sich auf die Rückrunde mit dem FC. „Ich will, dass die Fans am Ende denken: Schade, dass er weg ist, aber er hat uns wenigsten noch zum Aufstieg geschossen.”