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Köln: Overath: „Das war nicht erstligareif”

Köln : Overath: „Das war nicht erstligareif”

Da war nichts, was die Konkurrenz in Angst und Schrecken versetzen könnte. Mit einer über weite Strecken schwachen Leistung verpasste der 1. FC Köln mit einem 2:2 (0:1) gegen den Karlsruher SC den fest eingeplanten erneuten Sprung an die Tabellenspitze der zweiten Fußball-Bundesliga.

„So kann man nicht spielen, wenn man aufsteigen will”, war FC-Präsident Wolfgang Overath enttäuscht und sprach Klartext: „Das war wie so oft in der Hinrunde. Ideenlos und ohne Bewegung. Einfach nicht erstligareif.”

Und völlig anders hatte sich auch das kickende FC-Personal diesen Abend vor 28.200 Zuschauern (Minusrekord) vorgestellt. Obwohl Trainer Huub Stevens neben Lukas Podolski überraschend auch Marius Ebbers aufbieten konnte, kam der haushohe Favorit einfach nicht in Tritt. Zu behäbig und kompliziert im Aufbau, ohne Durchschlagskraft im Angriff spielten die Gastgeber. Wieder einmal war es zunächst nur Albert Streit, der auf den Außenbahnen etwas zustande brachte. Aber das war zu wenig.

Der KSC machte im Mittelfeld die Räume eng und hoffte vorne auf die individuelle Klasse Ivan Saenkos. Und die zündete früh. Nach sechs Minuten degradierte der Russe Alex Voigt, legte auf Ioannis Masmanidis zurück, der die „Geißböcke” mitten ins Herz traf - 0:1. „Da standen wir viel zu weit vom Gegner weg”, schimpfte Stevens.

Der Schock saß tief. Auf der Tribüne werden sich Alemannia Aachens Manager Jörg Schmadtke und das Trainerduo Dieter Hecking und Dirk Bremser wohl schon ihre Gedanken gemacht haben, wie die Aachener am Sonntag die Punkte aus Köln entführen könnten. Denn erst nach 30 Minuten hatte der FC begriffen, dass es auch gegen einen Gegner wie den KSC nicht nur mit „Hacke, Spitze” geht. Doch Möglichkeiten von Ebbers (32.), Streit (36.) und Podolski (38.) wurden allesamt vom starken Keeper Markus Miller entschärft.

Nach Wiederbeginn rappelte es im dichten Schneetreiben im RheinEnergieStadion fast im Minutentakt. Ein völlig verunglückter Distanzschuss von Voigt landete bei Christian Springer, der die rote Kugel aus 16 Metern in den Winkel schlenzte (47.). Doch Bilica brachte den KSC nur 180 Sekunden später wieder in Führung, als er eine Flanke von Saenko ins eigene Tor zirkelte. Und Ebbers erzielte nach schnell ausgeführtem Freistoß von Podolski und Pass von Scherz den erneuten Ausgleich (52.).

Dadurch wurde das Spiel zwar interessanter, aber nicht besser. Bei allem Engagement - vieles blieb Stückwerk und entsprang dem Zufall. Da reichte auch der mittlerweile tiefe Platz nicht als Erklärung. Entsprechend sauer war Stevens: „Wenn man aufsteigen will, muss man seine Heimspiele gewinnen. So wie heute geht es nicht.” Und der Coach dachte weiter: „Leisten wir uns diese Nachlässigkeiten gegen Aachen, wird es sehr, sehr schwer.”