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Jena: Novakovic fremdelt, Chihi ist hellwach

Jena : Novakovic fremdelt, Chihi ist hellwach

Den Besuch in der rot-weißen Fankurve hat Milivoje Novakovic schon so routiniert absolviert, als wäre es sein 100. und nicht der erste Auftritt im Dress des 1. FC Köln gewesen.

Auf dem Spielfeld hatte der slowenische Nationalspieler beim 2:1 (2:0)-Pokalerfolg seines neuen Arbeitgebers bei Carl Zeiss Jena zwar noch keine größere Akzente setzen können, aber feiern ließ er sich mit den neuen Spielkameraden dennoch.

Sein Trainer schien hinterher auch nicht mehr ganz überzeugt zu sein, dass es richtig war, den Hünen nach zwei Übungseinheiten im Grüngürtel bereits in den Wettkampf zu schicken: „Vielleicht war es ja ein bisschen früh. Aber wir werden ab sofort intensiv mit ihm arbeiten”, fasste Hans-Peter Latour den 30-Minuten-Auftritt des wuchtigen Angreifers zusammen, der tatsächlich noch sichtbar gefremdelt hatte.

Ein anderer FC-Stürmer hat unterdessen immer weniger Berührungsängste mit dem Profifußball. Adil Chihi sorgte mit seinen beiden Treffern (20./29.) jedenfalls dafür, dass der FC bei der Auslosung der nächsten Pokalrunde auf einen attraktiven Spielpartner hoffen darf.

Dass beide Tore auch Resultate glücklicher Fügungen waren, schmälerte die bemerkenswert abgezockte Vorstellung des Deutsch-Marokkaners nur unwesentlich. Beim 1:0 (20.) für den Geißbock senkte sich eine abgefälschte Flanke des 18-Jährigen ins Thüringer Netz, beim zweiten Chihi-Streich hielten die Carl-Zeissler ein kollektives Spätsommer-Nickerchen.

Und weil das FC-Angriffstalent ein ziemlich ausgeschlafenes Kerlchen ist, reagierte er am zweiten Pfosten blitzschnell und bugsierte den Ball zum 2:0 unters Jenenser Tordach.

Ab diesem Zeitpunkt hätte es ein stressloserer Nachmittag für den Favoriten werden können. Doch genau wie bei der frustrierenden Meisterschaftspleite vor 16 Tagen bekamen die Kölschen Probleme: „Wir hatten uns nach dem 2:0 eigentlich vorgenommen, das Spiel zu kontrollieren und den einen oder anderen Konter zu setzen. Das ist uns leider nicht ganz gelungen”, maulte Latours.

Michael Meier konnte sich mit dem Ertrag des erneuten Thüringen-Trips durchaus anfreunden und verwies auf die prominenten Pokal-Opfer aus Hamburg in Bremen: „Wir haben uns immerhin bei einem gleichklassigen Gegner durchgesetzt”, erklärte der Manager betont sachlich und grämte sich doch ein bisschen, „dass wir uns das Leben nach dem 2:0-Vorsprung noch unnötig schwer gemacht haben”.