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Köln: Novakovic allein ist einfach zu wenig

Köln : Novakovic allein ist einfach zu wenig

Es war eine gefühlte Niederlage im ersten Heimspiel nach der Bundesliga-Rückkehr. Mit hängenden Köpfen verließen die Spieler des 1. FC Köln nach dem 1:1 (1:0) gegen Eintracht Frankfurt den Rasen des RheinEnergieStadions, und auch der Abschied von den Fans in der Südkurve fiel eher verhalten aus.

Zu lange hatten die Gastgeber vor 50.000 Zuschauern die Partie im Griff, zu intensiv hatten sie in den letzten 20 Minuten erfolgreich um den Ausgleich gebettelt.

„Die Mannschaft hat sich bemüht”, attestierte FC-Coach Christoph Daum seinen Spielern. Ein Urteil, das die Personalchefs in der freien Wirtschaft hellhörig machen würde. Doch diese Feststellung beschreibt die erste Heimvorstellung ziemlich genau. Köln betrieb großen Aufwand mit überschaubarem Ertrag.

Die Spieleröffnung war nicht die modernste, das Flügelspiel ausbaufähig, und der Sturm verfügte kaum über Durchschlagskraft. Deshalb war es wohl auch kein Zufall, dass der FC-Führungstreffer von Milivoje Novakovic nach einem Schlag von Ümit Özat über 50 Meter fiel (33.).

Es war im zweiten Spiel der zweite Treffer der Kölner Torgarantie. Deshalb ist es auch nachvollziehbar, dass Manager Michael Meier Ende letzter Woche ein Angebot von Ipswich Town abgelehnt hatte, das Novakovic für eine Ablösesumme von 3,5 Millionen Euro auf die Insel locken wollte. „Er ist unverkäuflich”, war Meiers Reaktion.

Doch ein Novakovic ist zu wenig. Zumal der Slowene in vorderster Front auf sich allein gestellt ist und zunehmend vereinsamt. „Ich kann nur über die fehlende Durchschlagskraft einige kritische Worte verlieren”, ging Daum am Sonntag noch zurückhaltend mit seiner Offensive um.

Vielleicht auch deshalb, weil sein Personal-Roulette nicht aufgegangen ist. Für den gesperrten Pierre Womé spielte Miso Brecko den linken Verteidiger, für ihn rückte Wilfried Sanou ins Team und auf die rechte Seite im Mittelfeld.

Und der kleine, flinke Mann aus Burkina Faso wirkte noch wie ein Fremdkörper in dieser nur bedingt funktionierenden Einheit des Aufsteigers. Er rannte sich immer wieder fest, spielte Fehlpässe und konnte seine enormen Sprinterqualitäten nicht demonstrieren. Zudem hatte der Trainer Thomas Broich eine Denkpause verordnet und durch Marvin Matip ersetzt. Das war die defensivere Variante.

Und dennoch hätte es zum Sieg gegen eine „schlecht spielende Eintracht” (Frankfurts Trainer Friedhelm Funkel) reichen müssen. Denn sechs Minuten vor der Pause hatte Roda Antar die große Chance, den Sack frühzeitig zuzumachen.

Doch den Elfmeter, den Patrick Ochs an Sergiu Radu verursacht hatte, schob er an den Pfosten. „Wir haben von zwei 100-prozentigen nur eine genutzt”, konstatierte Christoph Daum. „Antar schoss den Elfmeter zu genau. Da fehlten die berühmten Zentimeter zur Glückseligkeit.”

Doch warum seine Mannschaft nach eine Stunde sämtliche konstruktiven Bemühungen eingestellt hatte, konnte der FC-Coach auch nicht erklären. Und die Strafe ereilte die „Geißböcke” in der Schlussphase. Ioannis Amanatidis flankte vom linken Strafraumeck, Nemanja Vucicevic stand nur Spalier, und Martin Fenin vollendete per Kopf aus sechs Metern (81.). Der Traum von den ersten drei Punkten war geplatzt.

„Natürlich sind wir enttäuscht, dass wir nicht gewonnen haben”, sagte Daum am Ende eines Abends, der sportlich nur wenige seiner Wünsche erfüllen konnte. „Ich glaube aber, wir arbeiten uns ansehnlich in die Liga rein. Ich bin nicht unzufrieden.” Die andere Sicht der Dinge ...