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Köln: „Nova” kündigt Helmes´ Nullnummer an

Köln : „Nova” kündigt Helmes´ Nullnummer an

Mit jedem Tag, den das Derby näherrückte, wurden die Töne aus beiden Lagern leiser. Am Donnerstag konnte man den Eindruck gewinnen, als hätten die Kontrahenten Kreide gefressen.

Doch wenn auf der Baustelle BayArena am Freitag (20.30 Uhr) die Bundesliga-Partie zwischen Bayer Leverkusen und dem 1. FC Köln angepfiffen wird, geht´s für die Gäste um drei Punkte für den Klassenerhalt, Prestige für den Klub und Selbstwertgefühl für die Fans.

„Jetzt kann jeder, der spielt, zeigen, dass er stolz ist, das Trikot des 1. FC Köln zu tragen”, ruft FC-Trainer Christoph Daum einen weiteren Charaktertest für seinen Kader aus. „Auf dem Spielfeld haben wir die Chance zu zeigen, wozu wir im Stande sind. Nicht in Interviews.”

Ob er die Formation aufs Feld schicken wird, die zuletzt drei Siege in Folge landete, will er erst am Freitagmittag entscheiden. „Dann gucke ich jedem Einzelnen in die Augen, und dann weiß ich, wer am Abend bereit ist, für den 1. FC Köln die Ärmel hochzukrempeln.” Dennoch muss man davon ausgehen, dass Daum seine Startelf nicht verändern wird.

Leverkusen gegen Köln - das ist auch die Geschichte einzelner Personen: Christoph Daum, Michael Meier oder auch Patrick Helmes. Daums letzter Arbeitstag in Leverkusen liegt am Freitag exakt acht Jahre und vier Tage zurück. Im Herbst 2000 musste der Coach wegen der Kokain-Affäre fluchtartig seine Zelte abbrechen. Doch an seine Zeit beim Werksklub denkt er nach eigenem Bekunden nicht zurück. „Ich habe gar keine großen Freiräume, um mich mit Leverkusen zu befassen. Ich habe genug beim FC zu tun.” Und auch Manager Meier, der vor seinem Job bei Borussia Dortmund bis Dezember 1989 in Köln und Leverkusen angestellt war, lässt sich nichts entlocken. Obwohl es Meier war, der seinerzeit den Begriff „Plastikklub” für Bayer kreiert hatte.

Bleibt das Thema Patrick Helmes. Nicht alle Fans haben dem 24-jährigen Stürmer (bisher acht Tore) seinen Wechsel auf die andere Rheinseite verziehen. Was nichts an Daums Wertschätzung für Helmes ändert. „Ich habe vor der Saison schon gesagt, Patrick Helmes wird der Spieler der Saison”, betont der FC-Trainer. „Mit Helmes im Kader würden wir schon jetzt vor Leverkusen stehen.” Da Daum den aber nicht mehr in seinen Reihen hat, muss es Milivoje Novakovic ohne seinen kongenialen Sturmpartner der letzten Saison für die Kölner in vorderster Reihe richten. „Novas” Prognose: „Gegen uns trifft Patti nicht. Danach wünsche ich ihm wieder viele Tore.” Und Helmes hat Bayers Defensivstrategen auch schon mal gewarnt: „Passt mir auf den Nova auf!”

Wegen Helmes´ Qualitäten denkt Daum intensiv darüber nach, seinen Ex-Schützling in Manndeckung zu nehmen. „Ich muss abwägen, ob ich unsere Taktik dahingehend verändere. Unsere Stärke ist nun mal eine wechselnde, konsequente Gegnerdeckung.” Was immer das auch bedeuten mag...

Die grundsätzliche Ausrichtung der Kölner dürfte sich aber kaum verändern. Aus einer sicheren Defensive kontern. „Leverkusen ist der Favorit”, sagt der Kölner Trainer. „Die spielen um die Champions League, wir um einen Mittelfeldplatz.” Die größere Leidenschaft, die größere Robustheit werden laut Daum den Ausschlag geben. Und die fordert er von seiner Mannschaft. „Wir müssen Geschlossenheit gegen individuelle Klasse setzen. Dann können wir die Sensation schaffen.”