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Köln: Mindestens zwei Monate Pause für Helmes

Köln : Mindestens zwei Monate Pause für Helmes

Zunächst sah die Geschichte gar nicht so dramatisch aus. „Kurz nachdem ich mit links an den Pfosten geschossen hatte, bin ich umgeknickt”, beschrieb Patrick Helmes die Szene aus der Partie gegen Rot-Weiß Essen, die dem 1. FC Köln noch mindestens zwei Monate nachhängen wird.

Kurz darauf erzielte der neue kölsche Liebling noch das Tor des Abends (74.), musste dann aber ausgewechselt werden.

„Wir gehen davon aus, dass das nur eine starke Prellung ist”, hoffte der 22-Jährige noch, als er mit stark bandagiertem linken Fuß Richtung Kabine humpelte. Dienstagvormittag gabs von Mannschaftsarzt Dr. Peter Schäferhoff die niederschmetternde Diagnose: Mittelfußbruch, mindestens acht Wochen Pause für die Kölner Tor-Garantie. „Natürlich wird er uns sehr fehlen”, sagte Trainer Hanspeter Latour. „Aber das müssen die anderen jetzt kompensieren.”

Helmes trug es mit Fassung. „Den Zeitpunkt einer Verletzung kann man sich nicht aussuchen”, reagierte der U21-Nationalspieler auf den Befund. „Ich werde das nicht als Rückschlag werten, sondern als Ansporn, so schnell wie möglich zurückzukommen. So eine Verletzung zu verarbeiten, ist auch Kopfsache.”

Dienstagnachmittag kehrte das Lächeln zurück, denn die Fußball-Besessenheit blieb. „Der Patrick ist eben geil auf Tore, und die kann er jetzt erst mal nicht mehr machen”, streicht Helmes-Berater Gerd vom Bruch nach einem Besuch bei seinem Schützling hervor. „Ich habe ihm gesagt, er soll sich die für später aufbewahren.”

Später, das ist frühestens in zwei Monaten. Und dabei war der bisherige Saisonverlauf ein einziger Traum für den bodenständigen Siegerländer. Sieben Treffer hat Patrick Helmes in den bisherigen fünf Zweitligaspielen erzielt. Zum Vergleich: Ein gewisser Lukas Podolski wurde nach fünf Runden in der Saison 2004/2005 im Profi-Unterhaus mit zwei Toren in der Scorerliste geführt. Was Helmes aber nicht sehr interessiert: „Der Poldi ist der Poldi. Ich versuche, in Köln meinen Weg zu gehen.”

Und den wird er zunächst einmal bis zum 30. Juni 2008 verfolgen. Bis dahin läuft sein Vertrag beim FC. Eine vorzeitige Verlängerung lehnt er derzeit ab. „Ich will meine Entwicklung und die des Vereins abwarten”, betont der 22-Jährige. Berater vom Bruch konkretisiert das Zeitfenster: „Nächstes Frühjahr kann man sich zusammensetzen und darüber reden.” Die Verhandlungen werden für den FC nicht leicht werden. Helmes befindet sich im Blickfeld der Bundesliga. Sogar Bundestrainer Joachim Löw attestierte dem schnellen Angreifer, „ein interessanter Spieler für uns” zu sein.

Der gebrochene Fuß wurde für sechs Wochen eingegipst. So lange muss er sich fit halten. Denn er hat nur ein Ziel. „Ich will schnell gesund werden, um dann mit dem FC in die Bundesliga zurückzukehren”, sagt Helmes.