Mönchengladbach/Aachen: Max Eberls DVDs überzeugen Alvaro Dominguez

Mönchengladbach/Aachen: Max Eberls DVDs überzeugen Alvaro Dominguez

Wie muss man sich einen Bundesliga-Manager vorstellen, der einen Wunschspieler dazu bewegen möchte, zu seinem Verein zu wechseln? Max Eberl hätte mit einem Rucksack voller Geld nach Madrid reisen können, um Alvaro Dominguez zu überreden, von Atletico zu Borussia Mönchengladbach zu wechseln.

Der Sportdirektor verzichtete darauf, überredete den 23-jährigen Innenverteidiger auch nicht, sondern überzeugte ihn. Im Rucksack befanden sich keine Euro-Scheine sondern DVDs. Und die hinterließen Wirkung. „Ich habe viele Spiele gesehen und denke, dass wir eine sehr gute Mannschaft haben”, sagte Dominguez gestern artig bei seiner Vorstellung im Borussia-Park. Doch der 1,85 m große Spanier spulte nicht die übliche pseudo-professionelle Liebeserklärung ab. Er hatte sich wirklich stark für die Mönchengladbacher Art unter Lucien Favre Fußball zu spielen interessiert und Infos angefordert. Sein Urteil: „Der Klub hat die gleiche Philosophie wie Atletico.”

Die Sympathie beruht auf Gegenseitigkeit. Eberl weiß, dass die Ansprüche seines Schweizer Trainers hoch sind, speziell, wenn es darum geht, Dante als zentrale Figur in der Abwehr und als Persönlichkeit im Team zu ersetzen. „Ich liebe es, aggressiv zu verteidigen”, beschreibt sein Nachfolger. „In Madrid haben wir sehr viel Wert darauf gelegt, dass auch die Innenverteidiger den Ball halten und das Spiel aufbauen können.” Seelenverwandtschaft mit der Favre-Philosophie: Direktspiel, kurze Pässe, auch hinten heraus statt lange Schläge auf die Offensivspieler. Mit dieser Stärke schlug Dominguez, der zum erweiterten Kader der spanischen Nationalmannschaft gehört, auch Mapou Yanga-Mbiwa von HSC Montpellier aus dem Feld. Der Franzose ist vielleicht einen Tick zweikampfstärker als der Spanier, aber fußballerisch schwächer und vor allem ein Rechtsfuß.

Acht Millionen Euro ist Borussia der neue Abwehrchef wert. Und Max Eberl reibt sich immer noch die Augen, dass dieser Transfer möglich ist. Seit dessen U 21-Zeit wird Dominguez gescoutet, allerdings ohne jede Hoffnung, den perfekt englisch sprechenden Spanier jemals zur Borussia holen zu können. Platz vier und die attraktive Spielweise in der letzten Saison aber machten den Traum realisierbar. Jetzt fehlen nur noch Torjäger Luuk de Jong (Twente) und David Hoilett (Blackburn) zum vollkommenen Transfer-Glück.