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Bremen: Marin: Werders teuerster Spieler polarisiert

Bremen : Marin: Werders teuerster Spieler polarisiert

Marko Marins Spielweise polarisiert. Der Fußball- Nationalspieler ist ein Fummler, ein Dribbelkönig, der bei seinen Sololäufen zuweilen schon an Franck Ribéry erinnert - wenn es klappt und er nicht am dritten oder vierten Gegenspieler hängenbleibt.

„Er ist ein großartiger Spieler”, schwärmt Trainer Thomas Schaaf: „Er kann Dinge individuell lösen.”

Auf den Offensivspieler schauen die Fans von Werder Bremen ganz besonders. Mit einer Ablösesumme von rund 8,3 Millionen Euro ist der in Bosnien geborene Spieler der teuerste Einkauf der Vereinsgeschichte und hat damit Carlos Alberto abgelöst.

Der Brasilianer hatte vor zwei Jahren rund 7,8 Millionen Euro gekostet und firmiert inzwischen als teuerstes Missverständnis der Vereinsgeschichte. Er ist offiziell noch immer ein Bremer, wurde aber zum dritten Mal hintereinander ausgeliehen.

Dass Marin Ähnliches widerfährt, ist allerdings nicht zu erwarten. Dafür scheint er zu bodenständig, im Vergleich zu dem exaltierten Carlos Alberto. Die Werder-Verantwortlichen halten auf jeden Fall große Stücke auf den deutschen Nachwuchsspieler und werben um Geduld für Marin.

„Er ist in einer völlig veränderten Situation und muss sich erst noch zurechtfinden”, sagt Schaaf über den 20 Jahre alten Fußballprofi, der vor der Saison von Mönchengladbach gekommen war.

In den bisherigen Spielen konnte Marin hin und wieder Akzente setzen, zeigte jedoch Defizite im Defensivverhalten. „Ich bin halt ein Offensivspieler”, sagt Marin, der zuletzt auch als zweiter Stürmer eingesetzt wurde.

„Es gibt sicher noch Steigerungspotenzial”, ist sich Schaaf sicher. Der Werder-Coach ist von den außergewöhnlichen Fähigkeiten des Mittelfeldmannes überzeugt. „Wir müssen ihm die Freiheiten lassen, dass er die Stärken ausbauen kann.”

Die Bremer sind geduldig. „Die Vergangenheit hat doch gezeigt, dass man als Spieler und Berater nicht so schlecht liegt, wenn man sich in die Hände von Thomas Schaaf begibt”, sagt Clubchef Klaus Allofs über ähnliche Fälle.

Spieler wie Claudio Pizarro oder Diego kamen jung nach Bremen und wurden zu Stars, „weil sie hier die Möglichkeit haben, sich in aller Ruhe zu entwickeln. Man muss einfach nur mitmachen und dem Trainer vertrauen”.

Gerade das Beispiel von Mesut Özil zeige, dass den jungen Spielern Zeit gegeben werde müsse. Nach einem halben Jahr mit Anlaufschwierigkeiten ist der 20-Jährige nun auf dem Weg zum internationalen Klassespieler.