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Mönchengladbach: Luhukays äußere und innere Balance

Mönchengladbach : Luhukays äußere und innere Balance

Jos Luhukay hat ein gutes Gefühl. Sagt er. Das hat er beinah wöchentlich auch in der Abstiegs-Rückrunde gesagt. Aber diesmal, vor dem DFB-Pokalspiel der Mönchengladbacher Borussia beim VfL Osnabrück, meint er es auch so.

Wahrheit statt Pädagogik: „Jeder im Umfeld, vom Physiotherapeuten bis zum Busfahrer hat ein besseres Gefühl: Weil die Chemie stimmt, weil es nun auch zwischenmenschlich viel positiver läuft - und das spiegelt sich in der Taktik und der Zusammenarbeit wider.”

Opfer gibt es dennoch, zwangsläufig: Tobias Levels, Robert Fleßers und Johannes van den Bergh durften gestern Nachmittag nicht in den Bus einsteigen. Und der 19. Profi enterte das Borussia-Gefährt nur als Tourist: „Sharbel Touma soll seine Kollegen besser kennen lernen”, erklärte Luhukay. Das ist für den 44-Jährigen nicht mehr nötig. Er kennt seine Jungs - und schätzt sie. „Ich bin total von ihnen überzeugt.”

Und damit zwangsläufig auch vom Weiterkommen an der Stelle, wo Borussia in der letzten Spielzeit kläglich mit 1:2 gegen den damaligen Regionalligisten ausschied.

Nun also auf Augenhöhe in Liga 2, und, wenn man dem Trainer Glauben schenken darf, dennoch mit unterschiedlichen Voraussetzungen: „Normalerweise müssen wir weiterkommen: Wir haben die bessere Mannschaft, wir haben eine stärkere individuelle Klasse und sind auch in der Breite besser.”

Dass speziell im Pokal die Anarchie des Fußballs solch vermeintliche Gesetzmäßigkeiten hinwegfegen kann, weiß auch Luhukay. Und hat davon profitiert. Als Regionalliga-Trainer: „Da haben wir Cottbus und Bremen rausgeworfen und sind an Köln nur im Elfmeterschießen gescheitert.” Geschehen kann das nur, „wenn der Gegner über sich hinaus wächst”.

Das Gegenmittel: „Aggressiv und konzentriert dagegen halten.” Und die Balance halten: So soll die Defensiv-Schwäche der Offensiv-Puristen Neuville, Lamidi, Marin aufgefangen durch den Verzicht auf einen zweiten Stürmer und einen Doppelsechser. Seine innere Balance wird Luhukay zudem vor dem ersten Ernstfall gut schlafen lassen. „Ich mach mir keine Sorgen. Vielleicht nach dem Spiel.”