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Aachen: Löw: „Manche werden noch sehr viel tun müssen”

Aachen : Löw: „Manche werden noch sehr viel tun müssen”

«Wenn es im Verein nicht so gut läuft, dann versucht man eben im anderen Umfeld sich das Selbstvertrauen zurückzuholen.» Zumindest zur Hälfte gelang im Benefizspiel gegen Malta das Projekt, mit dem sich nicht nur Lukas Podolski aus der Krise kicken will, sondern auch nach einer gründlich verkorksten Spielzeit seine Nominierung für den Südafrika-Kader rechtfertigen will.

Rein statistisch liegen knapp 20 Stunden reine Spielzeit zwischen den beiden Saisontreffern im Verein, Sozialstunden nach der Ohrfeige für Michael Ballack, Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wegen Nötigung und Gefährdung.

Die Welt des Kölner Prinzen könnte rosiger sein. Doch die ersten 45 Minuten des 24-Jährigen gegen die Insel-Kicker aus Malta waren kaum dazu angetan, sich den Frust von der Seele zu schießen: Kaum eine gelungene Aktion, fehlende Abstimmung mit Toni Kroos, lustlose Defensivarbeit, sechs Mal zu Alibikopfbällen hochgestiegen und unter dem Ball durchgeflogen, lautet die trostlose Bilanz.

„Podolski war sehr engagiert, er war vielleicht etwas unglücklich im Abschluss”, stellte Bundestrainer Joachim Löw dem 24-Jährigen ein eher durchwachsenes Arbeitszeugnis aus. Und fügte, ohne Namen zu nennen, an: „Vier harte Wochen stehen an, manche werden noch sehr viel tun müssen.” Ein Ansage, die auch an Lukas Podolski bei der Halbzeitansprache nicht vorbei gegangen sein dürfte.

Nach der „Kölner Halbzeit” im ersten Durchgang folgten dann eher nationalmannschaftswürdige 45 Minuten. Ein erstes Ausrufezeichen setzte Podolski mit einem Schuss aufs Tor, den Keeper Justin Haber noch mühelos parierte (48.). Anschließend profitierte der 24-Jährige von der gelungenen Vorarbeit des eingewechselten Kevin Großkreutz, der Podolski zweimal mustergültig anspielte.

Dessen Vorlagen nutzten erst Cacau und dann ein Abwehrspieler der Malteser zu den Treffern zwei und drei der deutschen Nationalmannschaft. Und nachdem Arne Friedrich den Platz verlassen hatte, durfte sich der nun 71-fache Nationalspieler auch noch die Kapitänsbinde überstreifen.

Entsprechend „präsidial” klang dann auch der Kölner nach Spielende. „Wir hatten eine ganz junge Mannschaft auf dem Platz, daran sieht man, dass viele junge Talente von unten nachkommen”, befand „Papa” Podolski, der in der zweiten Hälfte eher den Mittelfeldregisseur als den Stürmer gab.

Das Vertrauen in Joachim Löw ist ebenfalls ungebrochen: „Es ist klar, dass der Bundestrainer uns in eine WM-taugliche Form bringen wird. Da mache ich mir überhaupt keine Sorgen.”