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Aachen: Lars Börgeling pokert zu hoch

Aachen : Lars Börgeling pokert zu hoch

Er hatte hoch gepokert. Die 5,82 Meter hatte Lars Börgeling ausgelassen. 5,87 Meter lagen auf - das wäre die Siegerhöhe gewesen.

Doch diese war am Mittwochabend für den Deutschen Meister aus Leverkusen eindeutig zu hoch. Und so ließ sich Toby Stevenson von einigen tausend begeisterten Zuschauern feiern. 5,72 Meter hatte der US-Amerikaner im ersten Versuch übersprungen und somit das zweite Netcologne Domspringen in Aachen gewonnen. Hinter Börgeling rangierten Danny Ecker (Leverkusen) und Vorjahressieger Tim Lobinger (Köln) mit 5,67 Meter auf den Plätzen.

„Es war fantastisch hier. Ich hatte schon von diesem Meeting gehört. Es ist einfach great”, strahlte Stevenson nach seinem Sieg, mit dem er sich auf das Saisonfinale in Stuttgart vorbereitet. „Diese Atmosphäre ist die beste. Und ich werde nächstes Jahr wiederkommen”, versprach der 29-Jährige, der bei den Spielen in Athen Silber gewonnen hatte. Ein lauer Sommerabend, eine prickelnde Atmosphäre, aufputschende Rockmusik und begeistert mitgehende Zuschauer - das ist das Aachener Domspringen, das trotz seines jungen Alters schon ein Publikumsschlager ist. „Der Wettkampf ist ein super Highlight, das beste Meeting der Saison”, war auch Rens Blom begeistert. Der niederländische Weltmeister musste diesmal nach Verletzungen und einer Operation passen. Blom: „Aber ich hoffe sehr, dass ich im nächsten Jahr wieder dabei sein kann.”

Prickelnde Atmosphäre

Die prickelnde Atmosphäre griff auch auf die elf Teilnehmer über - Björn Otto (Uerdingen/Dormagen) hatte sich zwar noch warm gemacht, musste aber wegen einer Verletzung passen. Bis 5,62 Meter lief der Wettkampf auf dem Katschhof ausgeglichen, dann sagten gleich fünf Stabhochspringer ade, darunter der amerikanische Rekordhalter Jeff Hartwig (38), der in seiner Karriere genau 101-mal 5,80 Meter überquert hat.

Erst bei 5,62 Meter hatten die Favoriten Ecker und Lobinger in den Wettkampf eingegriffen. Ecker, beim Istaf bester Stabhochspringer, meisterte seine Anfangshöhe und auch die 5,67 Meter locker, doch an den 5,82 biss sich der braungelockte Athlet die Zähne aus. Lobinger, der die 5,52 leicht überwand, schaffte dagegen die 5,67 Meter erst im dritten Versuch. An den 5,82 Meter scheiterte er trotz der rhythmischen Anfeuerungen der Zuschauer. Mit einem amerikanischen Kraftwort quittierte Toby Stevenson seinen dritten Fehlversuch über 5,82 Meter, doch seine 5,72 Meter im ersten Versuch reichten für den Sieg, da Börgeling mit ausgelassenen 5,82 zu hoch gepokert hatte.

„Das war ein vernünftiger Saisonabschluss”, bedauerte Ecker nur, nicht wie in Berlin noch einmal über 5,80 gesprungen zu sein. „Die Atmosphäre war schon letztes Jahr phänomenal gut. Diesmal ist sie bei dem tollen Wetter noch viel besser. Nächstes Jahr komme ich auf jeden Fall wieder.”