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Mönchengladbach: Köppel fordert Kunst der Serie

Mönchengladbach : Köppel fordert Kunst der Serie

Auf dem Weg zum Pokalspiel nach Berlin war Thomas Broich in die passende Lektüre vertieft: „Die Kunst des Krieges” von Tsun Szu.

Umsetzen konnte Borussia Mönchengladbachs Mittelfeldspieler die Lektüre nicht, er musste wegen seiner Sprunggelenkverletzung passen. Anscheinend aber hatten seine Kollegen dem Bücherfreund über die Schulter geschaut.

Vorbildlich setzten sie das Kapitel „Täuschung” um: Wer die Borussen bei der 0:3-Klatsche im Olympiastadion sah, konnte sich wirklich nur fragen: Ist das die Borussia, die sich in der Bundesliga auf Platz 5 vorgerobbt hat?

Die Täuschung groß, die Enttäuschung noch größer: Wie nach solchen Erlebnissen üblich, fordert der Trainer Wiedergutmachung - am Samstag im Liga-Alltag bei Borussia Dortmund.

Und weil er schon mal so schön beim Fordern ist, streckt er den Anspruch noch gleich bis zum Saisonende: „Ich habe 24-mal volle Konzentration gefordert”, gibt Horst Köppel bekannt.

Beim Aufräumen der Pokaltrümmer ist er auch auf Interessantes gestoßen. „Es hat nicht daran gelegen, dass der eine oder andere gefehlt hat.” (Anmerkung der Redaktion: Der eine war Thomas Broich, den anderen gabs nicht) „Es hat einfach nicht geklappt. Jeder muss 100 Prozent geben, das hat in Berlin von Anfang an gefehlt.”

Die richtige Auswahl der Jeder-Männer könnte auch zum Erfolg beitragen. Nach der Erfahrung von Berlin dürfte das Experiment mit Filipe Daems im linken Mittelfeld wohl endgültig ad acta gelegt werden.

Durch den Fehlgriff rotierte auch Peer Kluge auf die ungewohnte Position hinter den Spitzen. Zwar hatte der Gladbach-Trainer auch an Eugen Polanski auf der Broich-Position gedacht, aber war davor zurückgescheut.

„Ich wollte die Defensive verstärken”, begründete Köppel seine Pokal-Wahl. Die Abteilung Abwehr dürfte nach seiner Einschätzung gegen den BVB erneut gefragt sein. „Die werden auch versuchen, uns sofort zu überrennen, um ein frühes Tor zu machen.” Aber Dortmund ist nicht Berlin: „Wir werden uns wehren.”

PS: Der eine (Thomas Broich) ist Samstag wieder mit dabei - und der andere hat diesmal sogar einen Namen: Peer Kluge (Kapselriss). Und der ist auch dabei.