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Köln: Kölner Sturm ein laues Lüftchen

Köln : Kölner Sturm ein laues Lüftchen

Totale Flaute, fatale Schwäche, ein vermeintliches Traum-Sturmduo als laues Lüftchen: 10-Millionen-Euro- Rückkehrer Lukas Podolski und Milivoje Novakovic sind die großen Sorgenkinder des 1. FC Köln.

„Soldos Keintorhasen” spöttelten lokale Medien in Anlehnung an den Kino-Hit „Keinohrhasen” über den Angriff des Fußball-Bundesligisten, der nach 15 Spieltagen die erschreckende Bilanz von lediglich sieben Toren aufweist.

Gleich schlecht oder noch schlechter waren zu diesem Saisonzeitpunkt nur Eintracht Frankfurt mit sieben Treffern in der Spielzeit 1988/89 und sechs 1970/71 sowie Tasmania 1900 Berlin mit gleichfalls sechs Toren nach 15 Partien 1965/66.

„Vorne muss jetzt etwas passieren”, forderte der ratlose Kölner Chefcoach Zvonimir Soldo nach dem 0:0 gegen Werder Bremen am vergangenen Sonntag. Nur was? Die Ertragslage der Nationalstürmer Podolski (ein Saisontor) und Novakovic (zwei) ist allein deshalb noch nicht verhängnisvoll, weil der Defensivverbund (15 Gegentreffer) der einzige stabile Faktor im Team des Vorjahresaufsteigers ist.

„Noch ist das Glas halbvoll”, sagte Kölns Manager Michael Meier der Deutschen Presse-Agentur dpa. Der 60-Jährige verbreitet Zweckoptimismus: „Ich gehe davon aus, dass beide wieder treffen.”

Soldo will „nicht hektisch werden” und bewertete selbst das torlose Remis gegen Titelaspirant Bremen als „Schritt nach vorn”. Der Nachfolger von Christoph Daum nimmt seine Hauptangreifer sogar in Schutz: „Es geht nicht über Nacht”, sagte er über Podolski, dem er nach dessen Episode bei Bayern München ebenso noch mangelnde Spielpraxis attestiert wie dem lange verletzten Novakovic, der in der Aufstiegssaison 2008/09 mit 16 Treffern noch der Nicht-Abstiegsgarant der Kölner war.

Podolski indes, der 2009 im Nationaltrikot in neun Spielen sechsmal traf und drei Torvorlagen gab, will von mangelnder Praxis und Fußball-Psychologie eigentlich gar nichts wissen: „Die Chancen nach vorn - das ist unser Manko. Im Vorwärtsgang verlieren wir zu viele Bälle. Darunter leidet mein Spiel”, lautet die Diagnose des 24- Jährigen zu seinen aktuellen Auftritten im Geißbock-Dress.

Auf die Sieben-Tore-Diskussion reagierte er überaus pragmatisch: „Wenn wir in Freiburg und gegen Nürnberg gewinnen, sieht doch alles gut aus.”

Meier („Der Befreiungsschlag kommt bei uns nicht richtig zustande”) kennt zudem ein simples Genesungsrezept: „Du musst arbeiten, arbeiten, arbeiten. Und du darfst nicht aufgeben und den Glauben an dich selbst nicht verlieren.”

Sowohl Podolski als auch Novakovic hätten genügend Erfahrung, mit derartigen Flauten umzugehen. „Sie haben die Qualität, das weiß doch jeder”, sagt der FC-Manager. Personell nachbessern will Meier in der bevorstehenden Transfer-Periode nicht, „es sei denn, es entwickelt sich mit Verletzungen etwas Dramatisches”.