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München: Kölner Sorgen um Christoph Daum: Muskelspiele im Tabellenkeller

München : Kölner Sorgen um Christoph Daum: Muskelspiele im Tabellenkeller

Christoph Daum hat die „Mission Wiederaufstieg” zur Chefsache erklärt - nach zwei Spielzeiten im Fußball-Unterhaus will der 1. FC Köln endlich wieder erstklassig werden. „Für mich zählt nur der Aufstieg”, formulierte Kölns Startrainer deutlich seine Ziele vor dem Rückrundenstart der 2. Bundesliga.

Doch Daum erwartet starke Konkurrenz im Rennen um die drei begehrten Aufstiegsplätze. Auch Herbstmeister Borussia Mönchengladbach und der FSV Mainz 05 melden Ansprüche an. Gladbachs Trainer Jos Luhukay glaubt sogar, „dass die vier Mannschaften, die oben eng beisammen stehen, plus Fürth und München das Rennen um den Aufstieg machen”.

Dass sein FC am Saisonende zu den Top drei gehört, ist für Daum keine Frage. „Wir sind hochmotiviert und konzentriert. Deshalb bin ich zu hundert Prozent überzeugt, dass wir unser Ziel erreichen werden”, sagt der 54-jährige. Das Rätselraten um seine Zukunft stört allerdings die Vorbereitung auf den Auftakt gegen den FC St. Pauli.

Weil er sich in seinem bis 2010 laufenden Vertrag einen vorzeitigen Ausstieg jeweils zum 30. Juni und zum 31. Dezember festschreiben ließ, macht sich ganz „Kölle” Sorgen. Doch Daum beschwichtigte im „Express”: „Ich werde meine ganze Energie in den Aufstieg legen und alles dafür tun, dass die Fans im Sommer feiern können.”

Spitzenreiter Gladbach hat das Unternehmen Wiederaufstieg akribisch geplant, doch trotz der Erfolgsserie von 14 Spielen ohne Niederlage erwartet Luhukay keinen Selbstläufer. „Das wird eine komplizierte Rückrunde. Man weiß nie, was passieren kann”, sagte der Niederländer, den vor dem Klassiker gegen den 1. FC Kaiserslautern Personalsorgen plagen. Vier Profis, darunter drei Abwehrspieler, fallen aus. Deshalb angelte sich die Borussia für 700.000 Euro kurzfristig Innenverteidiger Thomas Kleine von Hannover 96.

Mit Winter-Neuzugang Isaac Boakye vom VfL Wolfsburg und viel Optimismus geht der Tabellenzweite Mainz 05 ins neue Fußball-Jahr. Trainer Jürgen Klopp fordert, dass sein Team „das Selbstbewusstsein, das wir uns aufgebaut haben, mit in die Rückrunde nimmt”. Angesichts personeller Probleme freut sich Klopp, dass sich für das Rheinland- Pfalz-Derby bei der TuS Koblenz einige Nachwuchskräfte aufdrängen: „Die Jungs geben Gas wie verrückt.”

Mit einem guten Start wollen auch der SC Freiburg, die SpVgg Greuther Fürth und die Pokalhelden des TSV 1860 München ihre Aufstiegschancen wahren. „Löwen”-Coach Marco Kurz hat rechtzeitig für Ruhe gesorgt, indem er vor dem Derby gegen den FC Augsburg die Torhüterdebatte beendete und den 35-jährigen Michael Hofmann anstatt Philipp Tschauner (22) zur Nummer eins erklärte.

Während sich die Aufstiegsaspiranten auf dem Winter-Transfermarkt weitgehend zurückhielten, ließen die Kellerkinder ihre Muskeln spielen. Der FC Carl Zeiss Jena setzt im Abstiegskampf gleich auf fünf neue Spieler, auch der FC Erzgebirge Aue (3) und Kaiserslautern (2) bedienten sich, und Schlusslicht SC Paderborn erhofft sich vom 250.000 Euro teuren Stürmer Dragan Bogavac die Wende. Als zusätzliche Anti-Abstiegsmaßnahme wurden in Jena (Henning Bürger), Aue (Roland Seitz) und Aachen (Jürgen Seeberger) neue Trainer installiert.