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Augsburg: Kölner können Pfingstsonntag alles klar machen

Augsburg : Kölner können Pfingstsonntag alles klar machen

Roda Antar breitet die Arme aus und läuft in großen Bögen über den Rasen. Getragen von Euphorie segelt er auf die Fans im Gästeblock des Rosenaustadions zu. 2500 Anhänger des 1. FC Köln feiern dort den 3:1 (2:0)-Erfolg ihrer Lieblinge beim FC Augsburg.

Nach eigener Aussage weiß Antar zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht, dass Aufstiegskonkurrent Mainz gepatzt hat, und dass der FC schon am Sonntag mit einem Heimsieg gegen Mainz den Aufstieg perfekt machen kann.

Als er das später erfährt, steht für den defensiven Mittelfeldmann eines fest: „Mit den 50.000 Zuschauern im Rücken wollen wir unbedingt die drei Punkte holen.” Antar liegt damit auf einer Linie mit seinem Präsidenten. „Wir haben eine wunderbare Ausgangsposition”, freut sich Wolfgang Overath. Gerade hat er Patrick Helmes gratuliert.

Der Angreifer hat mit zwei Toren (8./54.) und einer hervorragenden kämpferischen Leistung erheblichen Anteil am Erfolg. Den dritten Treffer - bei einem Gegentor von Elton da Costa (82.) - steuert Sturm-Kollege Milivoje Novakovic (45.) bei. „Wer die Beiden im Sturm hat, macht immer ein Tor”, schwärmt Overath über sein 37-Treffer-Duo.

Mit diesem Wissen kann man denn auch so auftreten wie die Kölner. Die Domstädter schlagen ihre Gastgeber nämlich mit deren Mittel: Sie stehen tief, beschränken sich aufs Verteidigen und kommen nur selten vor das Tor der Oberschwaben. Wenn sie dann aber schon mal da sind, setzt es meist einen Treffer. „Wir haben nicht ganz so souverän gespielt, aber wir waren eiskalt vor dem Tor und haben vielbeinig verteidigt”, resümiert Broich treffend.

Die taktische Meisterleistung gegen Augsburger, die vor dem Kasten Faryd Mondragóns über weite Strecken so gefährlich agieren wie ein Schwarm Goldfische, gipfelt darin, dass kein Kölner eine Gelbe Karte sieht. Bei sieben von einer Sperre bedrohten Spielern - unter anderem die komplette Abwehrreihe - ein durchaus bemerkenswerter Fakt. Vor allem, da mit Florian Meyer jener Schiedsrichter am Werk ist, der Christoph Daum beim Heimspiel gegen Aachen in der Hinrunde noch so erzürnte, dass die anschließen den Beschimpfungen des FC-Trainers zwei Spiele Sperre nach sich zogen.

„Das frühe 1:0 hat uns in die Karten gespielt”, analysiert der Mann des Spiels, Patrick Helmes. In der 8. Minute hat er nach einem Steilpass von Thomas Broich Augsburgs Torwart Sven Neuhaus erstmals verladen. In der Folgezeit sammeln die Augsburger Ecken wie andere Leute Briefmarken, bis auf eine Gelegenheit von Imre Szabics (21.), springt aber nichts dabei heraus. Nachdem Helmes zwei weitere Chancen vergibt (32./45.), trifft Novakovic. Der angeschlagene Angreifer erzielt kurz vor der Pause nach Broichs Vorarbeit das 2:0 - sein 20. Saisontor.

Auch in der zweiten Hälfte bemühen sich die Hausherren, das Spiel zu machen, während die Kölner treffen. Diesmal ist es wieder Helmes, der nach einem langen Abschlag von Mondragón seinen 17. Treffer markiert (54.). „Wir waren recht effektiv vor dem Tor”, meint der Nationalspieler später lapidar. „Ein bitterer Spieltag für uns”, seufzt Trainer Holger Fach, der mit Augsburg weiter im Abstiegskampf feststeckt - während die Geißböcke als Tabellenzweiter die besten Karten haben.